Emotionaler Abschied der Marktweiber: Tanz und Tränen am Münchner Faschingsdienstag
Marktweiber verabschieden sich mit Tanz und Tränen in München

Emotionaler Abschied der Marktweiber am Münchner Faschingsdienstag

Mit einem bewegenden Fest voller Tanz und unkontrollierter Tränen verabschiedeten sich am Faschingsdienstag fünf Marktweiber nach Jahrzehnten des Engagements am Münchner Viktualienmarkt. Rund 3000 trinkfreudige Faschingsfans versammelten sich bei wechselhaft kühlem, aber trockenem Wetter, um dieses einzigartige deutsche Brauchtum zu feiern und den verdienten Mitgliedern Lebewohl zu sagen.

Ein deutschlandweites Unikat sagt Auf Wiedersehen

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) betonte auf der Bühne: "So etwas gibt es sonst nirgends, auch nicht in Köln." Gemeint waren die Marktweiber, die jährlich am Faschingsdienstag die Winterkälte aus München kehren – ein Highlight für jeden lokalen Faschingsfan und eine echte Einzigartigkeit in der gesamten Bundesrepublik. OB Reiter ließ sich diesen letzten Tanz nicht entgehen und blieb besonders lange, um Persönlichkeiten wie Christl Lang zu verabschieden, die nach rund 40 Jahren Engagement aufhört.

Die fünf Urkundenträgerinnen Christl Lang, Erika Schuster, Annemarie Doll, Monika Schneider und Hella Friedl sowie der Urkundenträger und Tanzlehrer Christian Langer wurden nach 15- bis 40-jährigem Einsatz geehrt. Geschätzte 3000 Feiernde versammelten sich in der Nähe der Statue des Weiß Ferdl, dessen legendäres Lied "Ein Wagen von der Linie 8" nicht nur angestimmt, sondern von den Marktweibern auf Stühlen inszeniert wurde.

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Tanzmarathon und emotionale Momente

Die Marktweiber präsentierten rund 15 verschiedene Tänze, von der traditionellen Münchner Française bis zum modernen Squaredance. Die Laune der Faschingsfans stieg minütlich, fast schien es, als wollten sie den ausgefallenen Faschingsdienstag 2025 nachfeiern, der wegen des Attentats auf den Verdi-Protestzug abgesagt worden war. Bunte Kostüme dominierten das Bild: Clowns, Biene Maja, Vampire, Hexen, Magier, Hasen, Fledermäuse und sogar eine wandelnde Dartscheibe waren zu sehen, während auf der Bühne der Pumuckl mit Heidi tanzte.

Für Tanzlehrer Christian Langer war es nach zwei Jahrzehnten der letzte Auftritt mit den Marktweibern. "Ich wollte eigentlich gar nicht weinen", sagte Langer, während er ein Tuch nach dem anderen aus einer Kosmetikbox zog. Dennoch flossen am Ende unkontrollierte Tränen, und er weinte sogar an der Schulter von OB Reiter. Sein Charisma und seine Herzlichkeit beim Publikum ließen viele fordern: Dieser Mann braucht künftig dauerhaft einen Job auf der Bühne.

Prominente Gäste und rheinische Kultur

Vor den Marktweibern traten traditionell die Mitglieder der Narrhalla auf: Elferrat, Prinzengarde, Ex-Prinzen, das aktuelle Prinzenpaar und das Fahnenregiment. Das offizielle Bayerische Prinzenpaar eröffnete den Faschingsdienstag am Viktualienmarkt mit einigen Tanzeinlagen zum Aufwärmen. Der aktuelle Münchner Prinz Stefan I., der aus dem Rheinland stammt, brachte rheinische Kultur nach München und präsentierte sein Funkenmariechen, eine ambitionierte Tänzerin in Blau.

OB Dieter Reiter musste bei den Marktweibern mittanzen, nämlich beim Lied, dessen Laune in allen Himmelsrichtungen zu spüren war. Besonders beliebt war das Lied "Das Leben tanzt Sirtaki", das noch ein letztes Mal gespielt wurde. Das Publikum johlte, schunkelte und klatschte begeistert.

Ein würdevoller Abschluss

Den offiziellen Abschied übernahm Oberbürgermeister Reiter persönlich. Er bat die fünf Frauen einzeln an den vorderen Bühnenrand und übergab ihnen je eine Dankesurkunde für ihr langjähriges Engagement. Christl Lang, die bisherige Sprecherin der Marktweiber, zeigte sich gerührt: "Ich bin so glücklich, dass alle meine Freunde aus Ismaning an so einem besonderen Tag hier sind." Ein unvergesslicher Abschied für die Münchner Faschingsfans und das Ende einer Ära am Viktualienmarkt.

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