Kritik Alter Cast, neue Ideen: „Der Teufel trägt Prada 2“ begeistert
„Der Teufel trägt Prada 2“: Cast und neue Ideen überzeugen

Kritik Alter Cast, neue Ideen? „Der Teufel trägt Prada 2“

Meryl Streep kehrt als eiserne Lady der Modewelt auf die Leinwand zurück. Die Zeiten ändern sich, aber der Charakter? Von links nach rechts Anne Hathaway als Andy Sachs mit Meryl Streep als Miranda Priestly und Stanley Tucci als Nigel Kipling in „Der Teufel trägt Prada 2“. 20 Jahre sind vergangen, seit Andy Sachs die oberflächliche Mode-Monarchie des renommierten „Runway“-Magazins verlassen und zu einem seriösen Medium, dem „New York Mirror“, gewechselt hat. Der Weg als Investigativ-Reporterin führt die ehrgeizige Ex-Assistentin von „Runway“-Chefredakteurin Priestly in der Zwischenzeit um die ganze Welt.

Qualitätsjournalismus – dann wieder zurück in die Beautyhölle

Zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt erreicht Andy allerdings eine Hiobsbotschaft, die sie plötzlich doch wieder zu „Runway“, ihrer berüchtigten, ehemaligen Chefin, deren engen Vertrauten Nigel und auch Ex-Nebenbuhlerin Emily führt, die inzwischen in der Chefetage eines bekannten Luxuslabels sitzt. Doch die Zeiten haben sich auch in der schillernden Welt der Modemagazine merklich geändert. Dass sich auch eine prinzipientreue Andy Sachs nun mehr Gedanken um Klickzahlen, als um die Geschichten dahinter machen muss oder eine sonst so toughe Miranda Priestly mit namhaften Kunden um kostenfreie Anzeigen feilscht, fließt wohl dosiert und ganz natürlich immer wieder in die Handlung ein, statt dem Zuschauer mit dem Holzhammer zu erklären, dass sich Priestly, Sachs und Co. jetzt in der modernen, unübersichtlicheren Medienwelt befinden.

Regisseur David Frankel schafft meisterhaft den gerade bei Fortsetzungen so kniffligen Spagat zwischen altbekannten „Running Gags“ wie einer lippenkräuselnden Miranda, die als Einzige ihre vormalige zweite Assistentin Andy vollkommen aus ihrer Erinnerung gelöscht und auch nach Dekaden auf dem „Runway“-Chefsessel noch nicht einmal von der Existenz einer Cafeteria gewusst zu haben scheint – und einer Handlung, die sich, ebenso wie die Hauptfiguren selbst, weiterentwickeln durfte.

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Glamour und Humor vereint

Der Zuschauer bekommt in knapp zwei Stunden gewissermaßen das Beste aus beiden Welten: spektakuläre Designer-Roben, glamouröse Fashion-Show-Szenen und hochkarätige Gastauftritte (Lady Gaga, Donatella Versace und Co.) ebenso wie eine, wie zu erwarten, großartige Meryl Streep als eiserne Lady Miranda Priestly, die im Sequel aber nicht nur mit deutlich mehr Herz, sondern auch mit deutlich mehr Humor ausgestattet ist.

Economy-Class statt Champagner im Edel-Business

So sieht sich die gefürchtete Chefredakteurin etwa dank Sparmaßnahmen mit Uber statt Privat-Chauffeur und Economy-Snackboxen statt Businessclass-Champagner konfrontiert. Und es gibt einen weiteren Knick, der die bis dahin liebevoll erzählte Wohlfühl-Hommage an Teil eins plötzlich in eine neue Richtung laufen lässt.

„Der Teufel trägt Prada 2“ hält seinem Erwartungsdruck nicht nur stand, sondern überzeugt mit einem großartigen alten Cast und neuen Ideen. Ein zweiter Teil, der dadurch nicht nur für Fans von Teil eins sehenswert ist.

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