Disney+-Serie 'Love Story' komplett: JFK-Jr.-Drama entfacht 90er-Nostalgie in New York
Disney+-Serie 'Love Story' komplett: JFK-Jr.-Drama entfacht Nostalgie

Disney+-Serie 'Love Story' komplett: JFK-Jr.-Drama entfacht 90er-Nostalgie in New York

Liegt auf der berühmtesten Familie der Vereinigten Staaten ein unheilvoller Fluch? Zahlreiche Mitglieder des Kennedy-Clans starben jung – darunter auch John F. Kennedy Junior. Die Serie über ihn und seine Ehefrau Carolyn Bessette ist nun vollständig bei Disney+ verfügbar und befeuert eine bemerkenswerte Nostalgiewelle.

Neun Episoden erzählen die tragische Liebesgeschichte

Die Vereinigten Staaten von Amerika besitzen keine Königsfamilie im traditionellen Sinne, doch die Kennedys nehmen diese Rolle in der öffentlichen Wahrnehmung ein. Der Clan, dessen prominentestes Mitglied John F. Kennedy als 35. US-Präsident 1963 in Dallas ermordet wurde, liefert mit seinen Verstrickungen und Tragödien immer wieder Stoff für filmische Aufarbeitungen. Jetzt erlebt sein gleichnamiger Sohn (1960-1999) eine Renaissance durch die Serie „Love Story: John F. Kennedy Jr. & Carolyn Bessette“. Seit Freitag sind alle neun Episoden bei Disney+ online abrufbar, mit einer Gesamtlaufzeit von etwa siebeneinhalb Stunden.

New York Times konstatiert Nostalgie-Hype

Die „New York Times“ berichtete kürzlich von einer ausgeprägten Nostalgiewelle, die durch diese Serie ausgelöst wurde. „Love Story“ habe insbesondere bei jüngeren Zuschauern die Faszination für die Kennedys neu entfacht. Gleichzeitig begeistere die ästhetisch herausragend von Ryan Murphy produzierte Serie auch historisch für das Jahrzehnt, in dem sie spielt. Murphy, bekannt für Werke wie „Glee“, „American Horror Story“ und „Dahmer – Monster: Die Geschichte von Jeffrey Dahmer“, setzt hier erneut Maßstäbe.

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„Manche scheinen geradezu besessen davon zu sein, eine Fantasievorstellung vom Manhattan der 90er Jahre wiederzubeleben“, schrieb die „NYT“. Dies habe sich für einige Lokale, die nach Jahrzehnten relativer Unbekanntheit plötzlich wieder gefragt seien, als überraschend und erfreulich erwiesen. Die von Connor Hines entwickelte und von Murphy produzierte Serie konzentriert sich auf die Anfänge der Beziehung zwischen Carolyn Bessette, gespielt von Sarah Pidgeon, und John F. Kennedy, dargestellt von Paul Anthony Kelly.

Tragisches Ende ist von Anfang an bekannt

Seriengucker wissen, dass das Leben des „amerikanischen Prinzen“, des Sohns von Präsident JFK und First Lady Jackie, tragisch endete: 1999 stürzte ein von Kennedy Junior selbst gesteuertes Flugzeug auf dem Weg von New Jersey zur Insel Martha's Vineyard ab. Der 38-Jährige, seine 33 Jahre alte Ehefrau Carolyn Bessette und deren Schwester Lauren kamen dabei ums Leben. Die Serie beginnt mit dem Abflug in dieses tragische Finale. Am Horizont wird das Privatflugzeug von JFK Jr. immer kleiner – bevor die Geschichte des Paares dann in einer ausführlichen Rückblende erzählt wird.

Für Spannung oder ein überraschendes Finale schaut also niemand diese Serie, doch wie die konfliktbeladene Liebesgeschichte von Bessette und Kennedy erzählt wird, das ist das Faszinierende daran. Disney wirbt für die Miniserie: „Sie erforscht die unbestreitbare Chemie, stürmische Annäherung und die hochkarätige Ehe eines der ikonischsten Paare des 20. Jahrhunderts.“ In den letzten Wochen entstand in den USA eine regelrechte „Love Story“-Obsession in Sachen Mode, Stil und Habitus.

Vom salutierenden Dreijährigen zum 'Sexiest Man Alive'

Carolyn Bessette ist in der Serie jung, aufstrebend und arbeitet bei Calvin Klein. Wenn man der Darstellung glaubt, ist sie maßgeblich daran beteiligt, dass Kate Moss das berühmte Gesicht des Modehauses wird. Der Designer selbst führt sie auf einer Party mit JFK Junior zusammen. Dieser ist inzwischen vom kleinen „John John“, der an seinem dritten Geburtstag bei der Beisetzung des ermordeten Vaters vor dessen Sarg salutiert, zum „Sexiest Man Alive“ geworden – so titulierte ihn das Magazin „People“ im Jahr 1988. Gleichzeitig kämpft er darum, seinen Platz im Leben und in der Gesellschaft zu finden.

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Die Serie hat nicht nur die Kennedys wieder in den Fokus gerückt, sondern auch eine lebhafte Diskussion über die 90er Jahre und deren kulturelles Erbe angestoßen. Sie zeigt, wie historische Ereignisse und persönliche Schicksale durch moderne Medien neu interpretiert und einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden können.