Filmförderung in Mecklenburg-Vorpommern: Vier Kinofilme erhalten über 800.000 Euro für Sommerdreharbeiten
Das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt in diesem Sommer vier Kinofilmproduktionen mit einer Gesamtsumme von mehr als 800.000 Euro aus der Landeskasse. Wie die MV Filmförderung mitteilte, handelt es sich bei den geförderten Werken um Dorfgeschichten, die verschiedene gesellschaftliche Themen aufgreifen und in der Region gedreht werden.
Komödie, Science-Fiction und bewegende Dramen
Zu den geförderten Projekten gehört die Komödie „Der Hund beißt“ unter der Regie von Edzard Onneken, die mit 250.000 Euro unterstützt wird. Der Film dreht sich um die Erbschaft einer wohlhabenden Dame, mit der die Bewohner eines vorpommerschen Dorfes die finanziellen Probleme ihrer klammen Gemeinde lösen möchten. Die Handlung verspricht humorvolle Verwicklungen und gesellschaftskritische Untertöne.
Ebenfalls mit 250.000 Euro gefördert wird der Science-Fiction-Film „Aliens in Lebin-Ausbau“. In dieser Produktion stürzt ein Raumschiff über einem mecklenburgischen Dorf ab, wodurch die zunächst zerstrittene und in ihren Alltagsroutinen gefangene Gemeinde mit fünf Außerirdischen konfrontiert wird. Die Situation gerät schnell außer Kontrolle. Interessant ist dabei der persönliche Bezug der Regisseure: „Mit diesem Spielfilm kehren die Brüder Emil und Oskar Belton an den Ort in Mecklenburg-Vorpommern zurück, an dem sie früher ihre Sommerferien verbracht haben“, so die offizielle Mitteilung der Filmförderung.
Persönliche Geschichten und dokumentarische Einblicke
Ein weiteres gefördertes Projekt ist der Film „Dieterstan“ der aus Afghanistan stammenden Autorin und Regisseurin Rabeah Rahimi, der ebenfalls 250.000 Euro erhält. Inspiriert von ihrer eigenen Biografie erzählt Rahimi die Geschichte der 13-jährigen Sara, die in einem Asylbewerberheim bei Friedland in Mecklenburg-Vorpommern lebt und versucht, diesem Ort durch Rap-Musik zu entfliehen. Nach einem Beinahe-Unfall trifft sie auf den stillen Dieter. Verbunden durch Musik und gemeinsame Schicksalsschläge geben sich die beiden Halt und stellen sich gemeinsam gegen Hass und Vorurteile. Mehr als die Hälfte der Dreharbeiten werden laut Filmförderung in der Region realisiert.
Die mecklenburgische Filmemacherin Anne Andersen erhält knapp 74.000 Euro für die Produktion ihres Dokumentarfilms „Landwirtin. Das tägliche Brot“. Der Film porträtiert den schwierigen Alltag einer Bio-Bäuerin und zeigt, wie diese nach der Geburt eines Kindes ihr gesamtes Leben und ihre Arbeitsweise neu überdenken muss. Der dokumentarische Ansatz bietet authentische Einblicke in die Herausforderungen der modernen Landwirtschaft.
Wirtschaftlicher Mehrwert und langfristige Förderstrategie
Insgesamt schüttet die Filmförderung MV aktuell fast eine Million Euro aus. Neben den konkreten Dreharbeiten werden auch die Entwicklung von Projekten und Filmstoffen unterstützt, also die kreative Phase weit vor Beginn der eigentlichen Produktion. Olaf Jacobs, Geschäftsführer der MV Filmförderung, betonte den wirtschaftlichen Nutzen: „Die geförderten Projekte bringen große Produktionen nach MV. Jeder Euro Förderung führt zu einem Mehrfachen an Wertschöpfung im Land.“ Die Hoffnung ist, dass die Filmproduktionen mehr Geld in die Region bringen, als die öffentliche Hand investiert.
Die Sommerdrehs versprechen nicht nur kulturelle Bereicherung, sondern auch positive wirtschaftliche Impulse für Mecklenburg-Vorpommern. Durch die Vielfalt der geförderten Genres – von Komödie über Science-Fiction bis hin zu Drama und Dokumentation – wird ein breites Spektrum an Geschichten aus und über die Region erzählt.



