Oscar-Nominiertenlunch: Hollywoods entspanntes Klassentreffen vor dem großen Wettkampf
Bevor bei den Academy Awards die prestigeträchtigen Preise vergeben werden, versammeln sich die Nominierten traditionell zu einem entspannten Mittagessen. Diese jährliche Veranstaltung der Academy of Motion Picture Arts and Sciences bietet den Filmschaffenden eine letzte Gelegenheit zur ungezwungenen Begegnung, bevor sie in den Wettbewerb um die goldenen Statuen treten.
Ein Lunch nur für Gewinner
Der offizielle Oscar-Lunch folgt einem einfachen Prinzip: Eingeladen wird ausschließlich, wer für einen der begehrten Preise nominiert wurde. Entsprechend gut ist die Stimmung unter den Anwesenden, wie die Bilder von Jacob Elordi (nominiert für die beste männliche Nebenrolle in »Frankenstein«) und Teyana Taylor (beste weibliche Nebenrolle in »One Battle After Another«) zeigen. Die Atmosphäre wird treffend durch den alten Hot-Chocolate-Hit »Everyone's a Winner« beschrieben.
Traditionelles Klassenfoto und besondere Begegnungen
Ein Höhepunkt der Veranstaltung ist das Gruppenfoto aller Nominierten des Jahrgangs 2026. Stars, die normalerweise vor der Kamera stehen, mischen sich hier mit den Talenten hinter den Kulissen. Zur besseren Erkennbarkeit tragen viele der Gäste Namensschilder. Besonders bemerkenswert war in diesem Jahr die Rückkehr zum traditionellen Veranstaltungsort, dem Beverly Hilton Hotel in Beverly Hills, nachdem der Lunch 2025 aufgrund der verheerenden Brände rund um Los Angeles abgesagt werden musste.
Für manche Teilnehmer ist die Veranstaltung ein besonders aufregendes Erlebnis. Der in Stuttgart ausgebildete Special-Effects-Künstler Michael Ralla, nominiert für seine Arbeit an »Blood & Sinners«, beschrieb es der dpa als »wildes Erlebnis«, nur wenige Tische entfernt von Legenden wie Steven Spielberg und Leonardo DiCaprio zu sitzen. Der 46-jährige aus Achern im Schwarzwald, der seit 2010 in Kalifornien lebt, zeigte sich beeindruckt von der besonderen Atmosphäre.
Rekordhalter und besondere Momente
Der Film »Blood & Sinners« stellte in diesem Jahr einen bemerkenswerten Rekord auf: Er erhielt die meisten Nominierungen aller eingereichten Produktionen. Als der Name seines Regisseurs Ryan Coogler während der Veranstaltung verlesen wurde, erhielt dieser laut mehreren US-Medienberichten den lautesten Applaus des Tages.
Unter den anwesenden Schauspielern befanden sich zahlreiche bekannte Gesichter:
- Leonardo DiCaprio, nominiert für seine Hauptrolle in »One Battle After Another«, der seinen Vater George als Begleitung mitbrachte
- Emma Stone, die sowohl als beste Hauptdarstellerin als auch als Produzentin des Films »Bugonia« im Rennen ist
- Timothée Chalamet, Hauptdarsteller in »Marty Supreme«, der geduldig für die anwesende Hollywood-Presse posierte
Generationenübergreifender Austausch und internationale Präsenz
Die Veranstaltung bot Raum für besondere Begegnungen zwischen verschiedenen Generationen der Filmindustrie. Der 79-jährige Steven Spielberg, diesmal als Produzent von »Hamnet« nominiert, führte angeregte Gespräche mit dem 55-jährigen Regisseur Paul Thomas Anderson (»One Battle After Another«).
Internationale Akzente setzte unter anderem Wagner Moura, Hauptdarsteller von »The Secret Agent«, der eine lautstarke brasilianische Fraktion bei der Feier anführte. Als besondere Stimmungsmacher erwies sich Schauspieler Benicio del Toro, der nach Aussagen von Partybeobachtern in allen Gesprächsrunden für ausgezeichnete Laune sorgte.
Kameraderie vor dem Wettbewerb
Ein besonders berührender Moment zeigte die Verbundenheit zwischen den Nominierten, bevor sie zu Konkurrenten werden: Rose Byrne (»If I Had Legs I'd Kick You«) und Jessie Buckley (»Hamnet«), beide Favoritinnen für den Preis der besten Hauptrolle, plauderten angeregt und umarmten sich herzlich. Dieses Bild symbolisiert die besondere Atmosphäre des Events, bei dem Kollegialität vor Konkurrenzdenken steht.
Praktische Tipps für den großen Moment
Neben dem geselligen Beisammensein hat der Oscar-Lunch auch einen praktischen Nutzen für die Nominierten. Academy-Präsidentin Lynette Howell Taylor gab in ihrer Ansprache wertvolle Ratschläge für den Fall eines Sieges:
- Die Dankesrede sollte wirklich nur 45 Sekunden dauern
- Es ist besser, von einem Zettel als vom Handy abzulesen
- Authentizität ist wichtiger als der Versuch, wirklich allen zu danken – denn irgendwen vergisst man immer
Diese traditionelle Veranstaltung bleibt ein fester Bestandteil der Oscar-Saison und bietet einen einzigartigen Einblick in die Welt des Films, bevor der Wettbewerb um die begehrten Auszeichnungen beginnt.



