In wenigen Tagen wird es ernst für Sarah Engels: Am Samstag (16. Mai) wird die Sängerin Deutschland beim Eurovision Song Contest in Wien vertreten. Mit der AZ hat die Künstlerin vor dem großen Finale gesprochen und offen über ihre Ziele, Ängste und die aktuellen Prognosen der Buchmacher geplaudert.
Klartext kurz vor dem ESC-Finale
Seit dem nationalen Vorentscheid am 28. Februar steht fest, dass Sarah Engels für Deutschland beim ESC in Wien antreten wird. „Ehrlich gesagt fühlt es sich immer noch ein bisschen surreal an“, verrät sie der AZ. „Ich glaube, so richtig realisiert habe ich es noch gar nicht, weil seit dem Vorentscheid so viel passiert ist und alles so schnell geht.“
In den vergangenen Jahren bekamen die deutschen Beiträge oft Gegenwind aus den eigenen Reihen. „Ich nehme schon wahr, dass es in Deutschland oft eine sehr kritische Haltung gegenüber den eigenen Beiträgen gibt“, gesteht Sarah Engels. „Aber gleichzeitig erlebe ich gerade auch unglaublich viel Unterstützung und positives Feedback – insbesondere von den anderen Ländern – und das bedeutet mir wirklich viel.“ Daher lässt sich die 33-Jährige von ihren Kritikern nicht verunsichern. „Am Ende versuche ich, mich auf das Positive zu konzentrieren und einfach meinen Weg zu gehen. Ich glaube, wenn man hinter dem steht, was man macht, und es mit voller Überzeugung auf die Bühne bringt, dann spüren das die Menschen auch.“
Auftritt zum ESC-Halbfinale: Keine Punkte für Sarah Engels
Am Dienstag (12. Mai) findet in Wien das erste Halbfinale statt. Auch Sarah Engels wird dort auf der Bühne stehen – allerdings tritt sie außer Konkurrenz auf und wird für ihre Performance keine Punkte erhalten. Neben Spanien, Italien, Großbritannien und Frankreich gehört Deutschland zu den größten Beitragszahlern der Europäischen Rundfunkunion (EBU), die den ESC veranstaltet. Als Mitglied der sogenannten „Big Five“ ist die Teilnahme am Finale vorab gesetzt. Alle anderen Länder müssen sich vorab für den großen Höhepunkt qualifizieren.
ESC-Beitrag „Fire“: So denkt Sarah Engels über Vergleiche
Sarah Engels feurige Performance beim Vorentscheid zog zahlreiche Vergleiche nach sich: Manche Zuschauer erkannten darin Parallelen zu Shakira (49) oder auch Eleni Foureira (39), die beim ESC 2018 mit „Fuego“ für Zypern den zweiten Platz belegt hatte. „Vergleiche gehören in der Musik einfach dazu, und ich finde es auch spannend, zu sehen, woran Menschen dabei denken“, meint Sarah Engels entspannt. „Gleichzeitig ist es mir aber wichtig, meinen eigenen Stil zu zeigen und meinen ganz persönlichen Weg zu gehen“, so die Sängerin zur AZ. „'Fire' ist für mich sehr ehrlich und kommt aus meiner eigenen Geschichte. Genau darauf lege ich auch in der Performance den Fokus – auf Authentizität und darauf, einen eigenen, wiedererkennbaren Moment zu schaffen.“
Prognosen der Buchmacher: So denkt Sarah Engels darüber
Ann Sophie (2015), Sisters (2019), Jendrik (2021): In den vergangenen Jahren hatten sich einige deutsche ESC-Beiträge mit vernichtenden 0 Punkten abfinden müssen. Ob Sarah Engels eine solche Punkte-Niederlage insgeheim befürchtet? „Natürlich macht man sich Gedanken – das gehört einfach dazu, vor allem bei so einer großen Bühne wie dem Eurovision Song Contest“, offenbart die Sängerin in der AZ.
Wenn man den Prognosen der Buchmacher Glauben schenkt, stehen die Chancen auf einen ESC-Sieg für Sarah Engels derzeit eher schlecht: Aktuell wird ihr der 23. Platz von 35 Teilnehmerländern vorausgesagt – mit einer Siegchance von weniger als einem Prozent (Stand: 12. Mai). „Ich bekomme das natürlich am Rande mit, aber ich verfolge es nicht aktiv“, erklärt die 33-Jährige der AZ.
Nicht als Angst zu sehen
Mit negativen Gedanken wolle sich Sarah Engels vor ihrem großen Auftritt nicht belasten. „Ich versuche ganz bewusst, das nicht als Angst zu sehen oder mich davon leiten zu lassen. Für mich steht im Vordergrund, eine starke, ehrliche Performance abzuliefern und wirklich alles auf der Bühne zu lassen“, so die zweifache Mutter zur AZ. „Und wenn ich mit meinem Song auch nur eine Frau erreiche, die durch meine Message ihr eigenes Feuer wiederfindet, dann habe ich für mich schon gewonnen.“
Finnlands Geigen-Song ist Favorit auf den ESC-Sieg 2026. Buchmacher rechnen zu 30 Prozent mit einem Sieg des Duos Linda Lampenius (56) und Pete Parkkonen (36). Während Parkkonen das Lied „Liekinheitin“ (dt.: „Flammenwerfer“) singt, spielt Lampenius durchgehend Geige.



