Das große Finale: Wie die Autoren den Abschied von Batic und Leitmayr gestalteten
Die Drehbuchautoren Moritz Binder und Johanna Thalmann haben in einem exklusiven Gastbeitrag die emotionale Reise hinter dem Abschied der legendären Münchner Tatort-Kommissare Ivo Batic und Franz Leitmayr offengelegt. Nach 35 Jahren im Dienst der Fernsehkriminalistik stand die schwierige Aufgabe an, den beiden von Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl verkörperten Figuren einen würdigen Abgang zu bereiten.
Ein Privileg und eine große Verantwortung
"In den letzten Tagen und Wochen haben wir natürlich alles gelesen, was die Presse und die Fans über das 'Ende' von Batic und Leitmayr geschrieben haben", so die Autoren. "Dadurch wurde uns wieder bewusst, welch Privileg und Verantwortung es doch war, das 'Ende' tatsächlich schreiben zu dürfen."
Bei dieser Herkulesaufgabe orientierten sie sich an den Worten Goethes aus "Faust – Der Tragödie zweiter Teil": "Denn es muss von Herzen gehen, was auf Herzen wirken soll." Dies wurde zum Leitmotiv für alle Beteiligten. Es sollte kein kalkuliert medienwirksamer Schock werden, kein verkopftes Spiel mit Metaebenen, sondern eine ehrliche, emotionale Verabschiedung für die Tatort-Nation.
Teamarbeit mit den Darstellern als Schlüssel
Von Anfang an stand fest, dass das Finale eng mit jenen abgestimmt werden musste, die diese Figuren 35 Jahre lang mit Leben und Herzblut gefüllt hatten: Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl. "Ihre Ideen für den Ruhestand waren natürlich genau die richtigen", betonen Binder und Thalmann. "Denn niemand kennt Ivo und Franz so gut wie sie."
Es folgte ein intensiver Prozess des Feilens und Ausbalancierens:
- Wie viel Spannung vertragen diese zwei letzten Filme?
- Wie viele Wendungen im Fall sind angemessen?
- Wie viele emotionale Momente zwischen den Kommissaren sind möglich?
- Wie kann man 35 Jahre gemeinsamer Geschichte spürbar machen, ohne eine reine Abschieds-Show zu inszenieren?
Die richtigen Partner für den Abschied
Teamarbeit erwies sich als entscheidender Erfolgsfaktor. Neben den Darstellern arbeiteten die Autoren mit dem feinfühligen Regisseur Sven Bohse, dem leidenschaftlichen Redakteur Cornelius Conrad und der hingebungsvollen Produktionsfirma Neuesuper zusammen. Gemeinsam entwickelten sie eine Lösung, die beiden Legenden gerecht wurde: "Es war klar, dass man diese Legenden nicht sterben lassen darf", so die Autoren. "Und dass sie letztendlich erkennen, was sie aneinander haben, was sie gemeinsam sein können."
Das Ende als Anfang: Eine Reminiszenz an die Anfänge
Schon früh in der Entwicklung stand fest, dass die letzte Szene eine Reminiszenz an die allererste Szene der beiden vor 35 Jahren werden sollte. Franz und Ivo sitzen wieder im Auto, "Only you" schallt aus dem Radio, sie fahren, singen und blicken einer großen, gemeinsamen Zukunft entgegen. "Das Ende wird also ein Anfang", erklären die Autoren. "Für das neue Miteinander der alten Kollegen und Freunde."
Tränen der Rührung und Dankbarkeit
Ob der richtige Ton getroffen wurde, lässt sich nicht technisch überprüfen. Doch für die Autoren war die emotionale Wirkung unmittelbar spürbar: "Wir jedenfalls hatten Tränen in den Augen, als wir die letzten Drehbuchseiten geschrieben haben: Tränen der Rührung und der Dankbarkeit." Nach 35 Jahren Tatort-Geschichte haben Batic und Leitmayr damit nicht nur einen Abschied, sondern vor allem einen würdevollen Übergang in einen neuen Lebensabschnitt erhalten.



