Udo Wachtveitl meidet eigene Tatort-Folgen: Selbstkritik statt TV-Genuss
Wachtveitl schaut eigenen Tatort nicht: Selbstkritik statt TV

Udo Wachtveitl schaut eigenen Tatort nicht: Selbstkritik statt TV-Genuss

Nach 35 Jahren im Münchner Tatort verabschieden sich Udo Wachtveitl und Miroslav Nemec von ihren Rollen als Kommissare Leitmayr und Batic. Während viele Zuschauer den finalen Auftritt des Kult-Duos am Ostersonntag und Ostermontag in der ARD nicht verpassen wollen, hat Udo Wachtveitl andere Pläne. Der Schauspieler wird seine eigene Tatort-Folge bewusst nicht anschauen.

Warum Wachtveitl seine Tatort-Einsätze meidet

Udo Wachtveitl betont im Podcast Blaue Couch, dass es ihn eigentlich immer gequält hat, seine eigenen Auftritte im Fernsehen zu sehen. Früher musste er seine Tatort-Folgen noch anschauen, um für Pressefragen vorbereitet zu sein. Doch wenn es beruflich nicht notwendig war, blieb der Fernseher konsequent aus.

Der 67-Jährige erklärt seine Abneigung mit zwei Hauptgründen: Lange Zeit war es ihm unangenehm, seine eigene Stimme zu hören. Er vergleicht dies mit dem Gefühl, wenn Menschen zum ersten Mal ihre Stimme auf einem Anrufbeantworter hören und denken: Das bin ich doch gar nicht. Mittlerweile hat sich Wachtveitl zwar an seine Stimme gewöhnt, doch das zweite Problem bleibt: Er mag sein eigenes Gesicht im TV nicht besonders, wie er offen zugibt.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Selbstkritik statt Genuss: Die innere Stimme des Schauspielers

Udo Wachtveitl zeigt sich als äußerst selbstkritischer Künstler. Während er seine Tatort-Einsätze verfolgt, würde er am liebsten ständig Einwände erheben: Nein, da gab es einen besseren Take! Nein, da hat er mich echt dumm geschnitten! Nein, was hat er denn da für einen Blick reingemacht, der war eigentlich in einem ganz anderen Zusammenhang.

Diese innere Kritik ist der Hauptgrund, warum er sich seine Auftritte nicht ansieht: Das tue ich mir nicht an, das regt mich zu sehr auf. Dennoch betont er, dass es sich nicht um Desinteresse handelt. Er fragt am nächsten Tag regelmäßig nach, wie die Folge bei den Zuschauern ankam.

Miroslav Nemec: Der Kontrast zum Kollegen

Ganz anders geht Wachtveitls langjähriger Tatort-Partner Miroslav Nemec mit dem Abschied um. Der 71-Jährige plant, den finalen Einsatz selbst im Urlaub anzuschauen: Ich bin in Istrien unten und werde es mir mit Freunden angucken. Damit zeigt sich ein deutlicher Kontrast zwischen den beiden Schauspielern im Umgang mit ihren eigenen Leistungen.

Premiere und Ehrung: Ein würdiger Abschluss

Am Donnerstag, dem 26. März, feierte der erste Teil der Doppelfolge Unvergänglich in der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film Premiere. Selbst Udo Wachtveitl konnte sich an diesem Abend dem Tatort-Bann nicht entziehen und erschien gemeinsam mit Miroslav Nemec zur Veranstaltung.

Am 3. Mai erhalten die beiden Tatort-Ikonen eine besondere Ehrung: Den Ehrenpreis des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2026. Diese Anerkennung für ihre 35-jährige Tatort-Karriere bildet einen würdigen Abschluss ihrer langen Zusammenarbeit.

Die Aufzeichnung als letzte Option

Udo Wachtveitl hat jedoch noch einen Plan für die Zukunft: Ich zeichne die Folgen auf und irgendwann hab ich auch mal den Mut, die anzuschauen. Vielleicht überkommt ihn doch noch die Lust, seine eigenen Tatort-Einsätze in Ruhe zu betrachten – wenn der zeitliche Abstand groß genug ist und die Selbstkritik etwas nachlässt.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration