Fotograf Phil Noble verrät: So entstand das historische Schock-Foto von Ex-Prinz Andrew
Dieses Bild wird in die Geschichte eingehen: Es zeigt Andrew Mountbatten-Windsor (66) am Donnerstagabend auf dem Rücksitz eines Wagens, halb sitzend, halb liegend, mit weit aufgerissenen Augen und verschränkten Händen. Der Schock über seine Festnahme und das stundenlange Verhör steht dem ehemaligen Prinzen deutlich ins Gesicht geschrieben. Fotograf Phil Noble von der Nachrichtenagentur Reuters gelang dieser einzigartige Schnappschuss, der um die Welt ging. Jetzt spricht er über die unglaublichen Umstände der Entstehung.
Sechs Stunden Fahrt, sechs Stunden Warten und ein heißer Tipp
Phil Noble, leitender Fotograf bei Reuters, schildert die dramatischen Ereignisse: „Sobald die Nachricht von Andrews Festnahme bekannt wurde, fuhr ich sechs Stunden nach Norfolk.“ In der Grafschaft Norfolk erhielt er einen geheimen Hinweis, dass Andrew auf der Polizeiwache in Aylsham verhört werden sollte. Die kleine Gemeinde mit etwa 6000 Einwohnern wurde zum Schauplatz eines Medienereignisses.
Vor der Polizeistation wartete Noble weitere sechs Stunden geduldig, doch es geschah nichts. Als es langsam Abend wurde und die Dunkelheit hereinbrach, schien die Mission gescheitert. Unglaublich: Der Fotograf packte bereits seine Ausrüstung zusammen und machte sich auf den Weg ins Hotel, überzeugt davon, an der falschen Wache zu sein.
Die dramatische Wendung: Feierabendabbruch und Rückkehr im letzten Moment
Doch wenige Minuten nach seiner Abfahrt kam die überraschende Wendung: Ein Anruf informierte Noble, dass Andrews Auto soeben die Polizeistation verließ. Der Fotograf raste umgehend zurück und erreichte die Szene gerade noch rechtzeitig. Aus einem fahrenden Fahrzeug heraus gelangen ihm sechs Aufnahmen in schneller Folge.
„Zwei Fotos zeigten die Polizei, zwei waren leer, eines war unscharf – aber das letzte Foto erwischte den ehemaligen Prinzen!“, berichtet Noble. Gegen 20 Uhr deutscher Zeit wurde Andrew von seinem Chauffeur von der Wache in Aylsham zu seinem Zuhause auf der Wood Farm gebracht. Das ikonische Bild entstand genau in diesem Moment.
Mehr Glück als Geschick: Die Herausforderung der Bewegung
Phil Noble, der in Liverpool geboren wurde und heute in Manchester lebt, blickt auf mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Fotografie zurück. Normalerweise berichtet er über Sportereignisse und königliche Reisen im Norden Englands. Doch dieses Foto war etwas Besonderes.
„Man kann planen und seine Erfahrung nutzen und ungefähr wissen, was man tun muss, aber dennoch muss alles zusammenpassen“, erklärt der Fotograf. Besonders Aufnahmen von einem fahrenden Auto erforderten seiner Meinung nach „mehr Glück als Geschick“. Die Kombination aus präziser Vorbereitung, jahrelanger Erfahrung und einem Quäntchen Zufall führte zu diesem historischen Dokument.
Das Foto zeigt nicht nur einen Mann in einer persönlichen Krise, sondern dokumentiert auch einen bedeutenden Moment in der jüngeren Geschichte der britischen Monarchie. Phil Nobles Beharrlichkeit und sein fotografisches Gespür haben ein Bild geschaffen, das weltweit für Aufsehen sorgte und die öffentliche Diskussion um die königliche Familie weiter anheizte.



