Leica startet weltweiten Smartphone-Verkauf: Premium-Kamerahersteller setzt auf Xiaomi-Kooperation
Leica startet weltweiten Smartphone-Verkauf mit Xiaomi

Leica startet weltweiten Smartphone-Verkauf: Premium-Kamerahersteller setzt auf Xiaomi-Kooperation

Vor der führenden Mobilfunkmesse MWC in Barcelona hat der deutsche Kameraspezialist Leica aus Wetzlar die weltweite Markteinführung seines Leitzphones angekündigt. Diese Neuauflage des Kamera-Smartphones wird in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Elektronikkonzern Xiaomi produziert und stellt einen strategischen Schritt für das Unternehmen dar, das vor rund zwei Jahrzehnten beinahe pleitegegangen wäre, weil es den Trend zur Digitalisierung verpasst hatte.

Vom Markenexperiment zum globalen Geschäft

Bislang war Leica nur in Japan mit einem Leitzphone präsent, das erstmals 2021 in Kooperation mit dem japanischen Elektronikriesen Sharp eingeführt wurde. Experten stuften diese frühere Zusammenarbeit eher als Markenexperiment ein, denn als ernsthaften Versuch, signifikante Erlöse im Smartphone-Segment zu erzielen. Mit der weltweiten Vermarktung und der neuen Partnerschaft mit Xiaomi soll sich dies nun grundlegend ändern.

Firmenchef Matthias Harsch betonte bei einem Event von Xiaomi in Barcelona, dass die Smartphone-Kamera die natürliche Erweiterung der Leica-Welt darstelle. Als er 2017 den Chefsessel bei der deutschen Firma übernahm, sei noch befürchtet worden, dass Smartphones das Kamerageschäft zerstören könnten. Diese Befürchtung habe sich nicht bewahrheitet – stattdessen habe Leica sein Geschäft dadurch erweitern können.

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Premium-Technik zu Premium-Preisen

Mit einem Preis von knapp 2.000 Euro tritt Leica direkt gegen etablierte Premiumhersteller wie Apple und Samsung an. Damit ist das Leitzphone deutlich teurer als das ebenfalls vorgestellte Xiaomi 17 Ultra, das mindestens 1.500 Euro kostet. Im Wettbewerb setzt Leica auf Technik, die normalerweise in großen Profikameras zu finden ist.

Zu den besonderen Merkmalen des Leitzphones gehören:

  • Ein außergewöhnlich großer Lichtsensor, der deutlich mehr Licht einfangen kann als bei herkömmlichen Smartphones
  • Ein drehbarer Metallring um die Kamera auf der Rückseite, mit dem Einstellungen wie Zoom oder Helligkeit verändert werden können
  • Exklusive Filter in der Kamerasoftware, die den Stil berühmter Leica-Kameras wie der M3 und M9 nachahmen

Synergie durch strategische Partnerschaft

In der Kooperation mit Xiaomi bringt Leica seine Kompetenz in den Bereichen Optik, Farbkalibrierung und Bildästhetik ein. Xiaomi ergänzt diese Expertise durch eine leistungsfähige mobile Plattform, die hohe Rechenleistungen und effiziente Workflows sicherstellt. Eine Leica-Optik befindet sich bereits in mehreren Flaggschiff-Modellen von Xiaomi, was die enge Verbindung der beiden Unternehmen unterstreicht.

Erfolgreiche Transformation nach beinahe-Kollaps

Leica schreibt seit vier Jahren Rekordumsätze und hat die große Firmenkrise vor 20 Jahren längst hinter sich gelassen. Damals hatte das Unternehmen den Übergang von der Filmfotografie zur digitalen Welt fast verpasst und stand kurz vor dem Aus. Die aktuelle Expansion ins Smartphone-Geschäft zeigt, wie erfolgreich die Transformation gelungen ist.

Trotz der aktuellen Produkterfolge begleiten das Unternehmen derzeit Berichte über einen möglichen Eigentümerwechsel. Der US-Finanzinvestor Blackstone, der seit dem Rückzug von Leica von der Frankfurter Börse im Jahr 2011 rund 44 Prozent der Anteile hält, bereitet laut Medienberichten seinen Ausstieg vor. Gerüchten zufolge wird die Leica Camera AG in diesem Zusammenhang mit rund einer Milliarde Euro bewertet.

Firmenchef Harsch betonte abschließend: „Fotografie gehört dorthin, wo bedeutungsvolle Momente geschehen, und dazu eignen sich nun mal auch Smartphones.“ Nach seiner Präsentation kam Leica-Aufsichtsratschef Andreas Kaufmann zu Harsch auf die Bühne, wo beide bei der Werbeveranstaltung von Xiaomi viel Applaus erhielten – ein Zeichen für die positive Aufnahme dieser strategischen Neuausrichtung.

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