Sachsen schlägt Kunstblumen und Porzellan für bundesweites Kulturerbe vor
Kunstblumen und Porzellan als Kulturerbe vorgeschlagen

Sachsen bewirbt regionale Traditionen für bundesweites Kulturerbe

Die Herstellung von Porzellan in Sachsen und die fast 200-jährige Tradition der Sebnitzer Kunstblumen sollen über die Landesgrenzen hinaus als immaterielles Kulturerbe anerkannt werden. Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) gab bekannt, dass der Freistaat diese beiden Kulturformen zusammen mit der Fankultur am Sachsenring und dem Parkoursport für die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis vorgeschlagen hat.

Historische Handwerkskunst mit europäischer Bedeutung

Die Sebnitzer Kunstblumenproduktion wird heute in der Schaumanufaktur Deutsche Kunstblume fortgeführt und repräsentiert eine einzigartige handwerkliche Tradition. Der Antrag zur Porzellanherstellung stammt von der Porzellan-Stiftung in Meißen und erinnert an eine bahnbrechende Erfindung: Das 1708 in Sachsen entwickelte Hartporzellan gilt als das erste echte Porzellan in Europa und hat die künstlerische und handwerkliche Landschaft des Kontinents nachhaltig geprägt.

Moderne Kulturformen aus dem Freistaat

Neben den historischen Handwerken schlägt Sachsen auch zeitgenössische Kulturformen vor. Der Sachsenring mit seinen legendären Motorradrennen prägt seit Jahrzehnten die Identität der Region um Hohenstein-Ernstthal und Oberlungwitz. Die Bewerbung zur Parkour-Kultur wird von einem Dresdner Verein und dem Deutschen Parkourverband unterstützt und zeigt, wie sich moderne Bewegungskunst in der sächsischen Kulturlandschaft etabliert hat.

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Von der Landesliste zum bundesweiten Verzeichnis

Alle vier Kulturformen wurden bereits in die sächsische Landesliste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen, die nun insgesamt 21 Einträge umfasst. Ein Eintrag in diese Listen soll helfen, Aufmerksamkeit auf die jeweilige Kulturtradition zu lenken und ihre Bewahrung für zukünftige Generationen zu sichern.

Das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes umfasst derzeit 173 Einträge, darunter bereits mehrere mit sächsischem Bezug wie die Genossenschaftsidee, die Bräuche und Feste der Sorben, das Singen des Steigerliedes oder das Bergsteigen in Sachsen. Zu den bundesweit anerkannten Kulturformen gehören auch die Techno-Kultur in Berlin, das Herrenschneiderhandwerk und die Finsterwalder Sangestradition.

Entscheidungsprozess bis 2027

Ein Expertengremium bei der deutschen Unesco-Kommission wird nun die neu eingereichten Vorschläge aus Sachsen und anderen Bundesländern bewerten. Die endgültige Entscheidung über die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis soll im Frühjahr 2027 durch die Kulturministerkonferenz fallen. Dieser Prozess unterstreicht die Bedeutung, die der Erhalt und die Anerkennung kultureller Traditionen in Deutschland genießen.

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