Grüne in Mecklenburg-Vorpommern: Spitzenkandidatin Oehlrich nach Belästigungsvorwürfen abgesägt
Grüne MV sägen Spitzenkandidatin Oehlrich nach Affäre ab

Grüne in Mecklenburg-Vorpommern: Spitzenkandidatin nach Belästigungsaffäre gestürzt

Ein politischer Paukenschlag erschüttert die Grünen in Mecklenburg-Vorpommern: Die Partei hat beschlossen, ihre Spitzenkandidatin für die Landtagswahl im Herbst 2026, Constanze Oehlrich, abzusägen. Dies geht aus einer Mail des Landesvorstands hervor, die dem Tagesspiegel vorliegt. Die Entscheidung markiert einen dramatischen Wendepunkt in einer Affäre, die seit Wochen für negative Schlagzeilen sorgt.

Neuwahl der Landesliste vorgeschlagen

In der internen Kommunikation schlägt der Landesvorstand eine Neuwahl der Landesliste vor. Oehlrich, die erst vor vier Wochen beim Landesparteitag in Wismar auf Platz eins gewählt worden war, soll durch Claudia Müller ersetzt werden. Müller sitzt seit 2017 für die Grünen im Bundestag und bringt damit bundespolitische Erfahrung mit. Als männlicher Co-Spitzenkandidat soll der Landesvorsitzende Ole Krüger nominiert werden.

Belästigungsvorwürfe und interne Querelen

Hintergrund des überraschenden Wechsels sind anhaltende Belästigungsvorwürfe gegen Oehlrich. Ihr wird vorgeworfen, zwei Mitarbeiter der Landtagsfraktion über einen längeren Zeitraum nicht angemessen behandelt zu haben. In der Partei kursieren Begriffe wie Mobbing, Intrigen, Po-Klopfer und Schultermassagen, die auf eine als unangemessen empfundene Arbeitsatmosphäre hindeuten.

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Bereits Ende September und Anfang Oktober hatte die Abwahl des Abgeordneten Hannes Damm als Fraktionsvize die Partei mächtig durchgeschüttelt. Damm hatte auf eine Aufklärung der Vorwürfe gegen Oehlrich gedrängt. Laut der Mail des Landesvorstands soll Damm spätestens am 9. Dezember nicht mehr Mitglied der Landtagsfraktion sein.

Schaden für Ansehen und Zusammenhalt

Der Landesvorstand räumt in seiner Mail ein, dass die öffentliche Berichterstattung über die Vorgänge in der Fraktion in den vergangenen Wochen erheblichen Schaden für Ansehen und Zusammenhalt in der Partei verursacht hat. Trotz ihrer Abwahl als Spitzenkandidatin soll Oehlrich jedoch Vorsitzende der Landtagsfraktion bleiben – eine Entscheidung, die innerhalb der Partei sicherlich kontrovers diskutiert werden wird.

Die Affäre zeigt, wie tief die Gräben innerhalb der Grünen in Mecklenburg-Vorpommern inzwischen sind. Mit der Landtagswahl 2026 im Blick versucht die Partei nun, durch den personellen Wechsel an der Spitze einen Neuanfang zu wagen und das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen.

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