Dessau-Roßlau/MZ. Es ist ein Schuldenpaket in nie dagewesenem Ausmaß: 2025 beschloss die Bundesregierung im Rahmen des sogenannten „Sondervermögens Infrastruktur“ Kredite in Höhe von 500 Milliarden Euro aufzunehmen, um Investitionen in Verkehr, Digitalisierung, Bildung und Klimaschutz zu finanzieren. 65 Millionen Euro davon fließen nach Dessau-Roßlau. Welche Vorhaben letztlich davon profitieren, ist derzeit noch unklar. Nun hat der Ortschaftsrat Roßlau das erste potenzielle Projekt nördlich der Elbe ins Spiel gebracht, das eine Geldspritze erhalten könnte.
Sanierung der Wasserburg: 1,2 Millionen Euro gefordert
Der Ortschaftsrat Roßlau hat vorgeschlagen, die Wasserburg mit Geldern aus dem umstrittenen Sondervermögen zu sanieren. Bis zu 1,2 Millionen Euro sind im Gespräch. Die historische Burganlage, die zu den Wahrzeichen der Region zählt, ist sanierungsbedürftig. Der Ortschaftsrat erhofft sich durch die Finanzspritze eine umfassende Renovierung, um das Bauwerk für die Zukunft zu erhalten und touristisch besser nutzbar zu machen.
Wie stehen die Chancen für die Wasserburg?
Die endgültige Entscheidung über die Verteilung der 65 Millionen Euro liegt bei der Stadtverwaltung Dessau-Roßlau. Bislang gibt es keine konkreten Zusagen. Der Vorschlag des Ortschaftsrates ist lediglich eine Empfehlung. Die Stadtverwaltung prüft derzeit alle eingereichten Projekte und wird in den kommenden Wochen einen Verteilungsplan vorlegen. Die Wasserburg hat gute Chancen, da sie als kulturelles Erbe eingestuft wird und die Sanierung dringend erforderlich ist. Allerdings konkurriert sie mit anderen wichtigen Infrastrukturprojekten in der Stadt.
Hintergrund: Das Sondervermögen Infrastruktur
Das Sondervermögen wurde 2025 von der Bundesregierung aufgelegt, um die marode Infrastruktur in Deutschland zu modernisieren. Von den 500 Milliarden Euro fließen 65 Millionen nach Dessau-Roßlau. Die Mittel sind zweckgebunden für Investitionen in Verkehr, Digitalisierung, Bildung und Klimaschutz. Die Verteilung erfolgt nach einem festgelegten Schlüssel, der die Bedürfnisse der Kommunen berücksichtigt. Kritiker bemängeln die hohe Verschuldung, während Befürworter auf die dringend benötigten Investitionen verweisen.
Der Ortschaftsrat Roßlau hofft, dass die Wasserburg bei der Vergabe berücksichtigt wird. Die Sanierung könnte nicht nur das historische Erbe bewahren, sondern auch die Attraktivität der Region steigern. Die endgültige Entscheidung wird in den nächsten Monaten erwartet.



