Berlins Finanzsenator Stefan Evers (46) wird nach der zusätzlichen Übernahme des Kulturressorts wohl öfter als bisher ins Theater, in die Oper oder ins Konzert gehen – und zwar dienstlich. „Ich bin von jeher bemüht, rote Teppiche zu vermeiden und bezahle meine Karten gern privat. Es liegt aber nahe, dass die Frequenz meiner Besuche in nächster Zeit steigt“, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.
Kulturangebot privat genutzt
Privat nutzt Evers das pralle Berliner Kulturangebot bisher regelmäßig, aber: „Zu selten in Anbetracht der Möglichkeiten. Einmal im Monat darf man als die Regel bezeichnen.“ Spezielle Favoriten hat er nicht – oder verrät sie nicht. „Ein Ranking der Berliner Kultureinrichtungen verbietet sich. Von der Philharmonie bis zum BKA-Theater hat jede ihre ganz eigene Art von Weltklasse.“
Hintergrund der Ressortübernahme
Nach dem Rücktritt der bisherigen Berliner Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson (parteilos) wegen einer Fördermittelaffäre hatte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) in der Vorwoche mitgeteilt, dass Evers auch die Senatsverwaltung für Kultur leiten soll. Evers betont, dass er sich auf die neue Aufgabe freue und die kulturelle Vielfalt Berlins weiter fördern wolle. Er plant, eng mit den Einrichtungen zusammenzuarbeiten und deren Bedürfnisse zu verstehen. Dabei will er jedoch keine voreiligen Versprechungen machen, sondern zunächst die genauen Anforderungen analysieren.
Die Kulturverwaltung steht vor großen Herausforderungen, darunter die Finanzierung von Sanierungen und die Sicherung der künstlerischen Freiheit. Evers, der bisher als Finanzsenator Erfahrung in Haushaltsfragen hat, könnte hier seine Expertise einbringen. Er betont, dass Kultur ein wichtiger Standortfaktor für Berlin sei und man in schwierigen Zeiten nicht an ihr sparen dürfe. Gleichzeitig müsse aber auch wirtschaftlich verantwortungsvoll gehandelt werden.



