Zukunftszentrum Halle startet mobile Gesprächsformate zur europäischen Transformation
Zukunftszentrum Halle startet mobile Gesprächsformate

Zukunftszentrum Halle verlässt die Werkstattphase und startet erste Formate

Wie erleben Menschen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel? Diese zentrale Frage steht im Mittelpunkt der Arbeit des bundesweiten Zukunftszentrums für Deutsche Einheit und Europäische Transformation in Halle. Nach einer intensiven Vorbereitungsphase kündigt das Team nun den Start erster öffentlicher Formate an, die den Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland und ganz Europa suchen.

Mobile Gesprächsräume für persönliche Erfahrungen

„Im Herbst dieses Jahres wollen wir dann richtig nach draußen gehen“, erklärt Holger Lemme, der Leiter des Zentrums, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Geplant ist ein mobiler Raum – möglicherweise in Form eines Busses oder Anhängers – der es ermöglicht, direkt mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Der Start erfolgt im halleschen Stadtteil Neustadt, bevor der Aktionsradius schrittweise erweitert wird.

Im Fokus dieser Gespräche stehen nicht die DDR-Vergangenheit, die bereits von anderen Institutionen erforscht wird, sondern die vielfältigen Transformationserfahrungen in mittel- und osteuropäischen Ländern seit den politischen Umbrüchen von 1989/1990. „Es wird Zeit, einen Ort für die Geschehnisse und vor allem die Erinnerungen an den gesellschaftlichen Wandel seit 1989/1990 zu schaffen“, betont Lemme die Bedeutung dieses Vorhabens.

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Vom Archiv zur Handlungsempfehlung

Das Zukunftszentrum versteht sich als wissenschaftliche, kulturelle und dialogorientierte Einrichtung mit einem klaren Auftrag: Es soll ein umfassendes „Archiv der Transformation“ aufbauen, in dem persönliche Erinnerungen und Erfahrungen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen systematisch dokumentiert und archiviert werden. Auf dieser Grundlage sollen später konkrete Handlungsempfehlungen für aktuelle und zukünftige Transformationsprozesse in Europa entwickelt werden.

Derzeit arbeiten zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der sogenannten Werkstattphase des Zentrums. Sie knüpfen Kontakte zu potenziellen Kooperationspartnern in verschiedenen Städten und Ländern, testen Veranstaltungsformate und bereiten die inhaltliche Ausrichtung vor. Bis der geplante Neubau am Riebeckplatz in Halle fertiggestellt ist, soll das Team deutlich wachsen.

Internationaler Diskurs und breites Publikum

Neben dem Archiv und den mobilen Gesprächsformaten plant das Zentrum Ausstellungen und Veranstaltungen, die ein möglichst diverses Publikum ansprechen sollen – von interessierten Passantinnen und Passanten über Schulklassen bis hin zu internationalem Fachpublikum. „Das Zentrum soll Raum und Möglichkeit sein, internationalen Diskurs über Transformationen zu führen“, unterstreicht Lemme die europäische Dimension des Projekts.

Mit diesem vielschichtigen Ansatz möchte das Zukunftszentrum nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse generieren, sondern auch als lebendiger Begegnungsort fungieren, der zahlreiche Besucherinnen und Besucher in die Saalestadt Halle lockt und den Austausch über eines der prägendsten Themen unserer Zeit fördert.

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