ARD-Star Annett Renneberg bricht ihr Schweigen: Missbrauch am Filmset mit 13 Jahren
Annett Renneberg: Missbrauch am Filmset mit 13

ARD-Star Annett Renneberg bricht ihr Schweigen: Missbrauch am Filmset mit 13 Jahren

Die bekannte Schauspielerin Annett Renneberg (48) hat erstmals öffentlich über ein traumatisches Erlebnis aus ihrer Jugend gesprochen. In einem Interview mit der Zeitschrift „Bunte“ berichtet die ehemalige Darstellerin der Serie „In aller Freundschaft“ von Missbrauchserfahrungen während der Dreharbeiten zum Film „Die Brut der schönen Seele“ im Jahr 1991, als sie gerade 13 Jahre alt war.

Traumatische Szenen am Set

Renneberg beschreibt, wie sie als junges Mädchen ohne ausreichende Betreuung am Filmset zurückgelassen wurde und Szenen drehen musste, die sie schwer belasteten. „Es gab eine Masturbationsszene, die vor einem Spiegel im Stehen begann und bei der ich meine Brüste entblößen musste“, erinnert sich die Schauspielerin. Darüber hinaus wurde eine gespielte Entjungferungsszene mit dem 17 Jahre älteren Schauspieler Christoph Hohmann mehrfach wiederholt, weil ihr Stöhnen als zu unecht empfunden wurde.

Die damalige Regie unter Rainer Behrend (†68) probierte eine Szene im Unterhöschen vorab mit der Teenagerin durch – „bekleidet zwar, aber mit Anfassen“. Renneberg betont, dass sie aus heutiger Sicht klar erkenne: „Ich würde sagen, dass ich damals am Set missbraucht wurde.“ Die Dreharbeiten seien ein Albtraum gewesen, bei dem sie sich vor Scham am liebsten in den Boden gewünscht hätte.

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Jahrzehntelanges Schweigen und weitere Grenzüberschreitungen

Über 35 Jahre lang habe Annett Renneberg zu diesen Erlebnissen geschwiegen. Auch in den folgenden Jahren ihrer Karriere musste sie immer wieder unangenehme Erfahrungen machen. „Ich hatte immer wieder Sex-, Nackt- und Liebesszenen, die die Handlung nicht weitergebracht haben“, erklärt sie. Stattdessen sei es oft nur darum gegangen, eine Frau nackt zu zeigen, was sie am Set völlig schutzlos zurückließ.

Wenn sie sich wehrte oder Bedenken äußerte, wurde sie abgewimmelt. „Mir wurde gesagt, ich solle nicht so zickig sein, mich nicht anstellen. Ich könnte doch zeigen, was ich habe“, erinnert sich Renneberg an die damaligen Kommentare. Diese Grenzüberschreitungen hätten tiefe Spuren in ihrer Seele hinterlassen und sie nachhaltig geprägt.

Heilungsprozess und neue Perspektiven

Die Erlebnisse werden die Schauspielerin wohl ein Leben lang begleiten. „Dieser Missbrauch wird mich immer begleiten, die Grenzüberschreitungen haben damals meine Seele verdunkelt“, gesteht Renneberg. Lange Zeit habe sie vieles verdrängt und mit Schuldgefühlen gekämpft, obwohl ihr selbst Schaden zugefügt wurde.

Doch inzwischen sieht sie auch positive Entwicklungen. Die Zusammenarbeit mit erfahrenen Kolleginnen in den letzten Jahren habe heilsam gewirkt. Nach ihrem Ausstieg bei „In aller Freundschaft“ nach neun Jahren als Prof. Dr. Maria Weber plant Renneberg nun, mehr Zeit mit ihrer Familie zu verbringen. Zudem startet sie einen Podcast und freut sich auf neue Rollenangebote, die hoffentlich respektvoller gestaltet sind.

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