Im Herzen Londons ist eine neue Statue des berühmten Street-Art-Künstlers Banksy aufgetaucht. Die lebensgroße Figur zeigt einen Menschen, dem eine Flagge ins Gesicht weht, sodass er nichts sieht und direkt in einen Abgrund läuft. Das Kunstwerk wurde am Waterloo Place, einer Prachtstraße im Zentrum der britischen Hauptstadt, entdeckt. Auf dem Sockel prangt die charakteristische Signatur von Banksy.
Banksy bekennt sich zu der Statue
Der Künstler hat auf seinem Instagram-Account ein Video veröffentlicht, das die Aufstellung der Statue zeigt. Mit solchen Beiträgen bestätigt Banksy üblicherweise seine Urheberschaft an spontan auftauchenden Werken. Die neue Statue sorgt für großes Aufsehen: Viele Passanten bleiben stehen, betrachten die Figur und fotografieren sie.
Politische Botschaft gegen verblendenden Patriotismus
Banksy ist bekannt für seine politischen Botschaften. Die Statue könnte als Kritik an blindem Patriotismus verstanden werden. Die Figur, die trotz der Sichtbehinderung durch die Flagge unbeirrt weitergeht, symbolisiert die Gefahr von Nationalismus und unreflektierter Vaterlandsliebe. Experten sehen darin eine Warnung vor den Konsequenzen einer solchen Haltung.
Die Identität von Banksy bleibt umstritten
Seit Jahren wird über die wahre Identität von Banksy spekuliert. Immer wieder gibt es Hinweise, dass es sich um den Künstler Robin Gunningham aus Bristol handelt. Bereits 2008 brachte die britische Zeitung „Mail on Sunday“ diesen Namen ins Spiel. Die Nachrichtenagentur Reuters sammelte in einer aufwendigen Recherche zahlreiche Belege: Zeugenaussagen, ein Tattoo auf dem Unterarm und alte US-Akten wegen einer Ordnungswidrigkeit, die mit dem Namen Robin Gunningham unterzeichnet wurden. Laut Reuters soll Banksy alias Gunningham sich inzwischen David Jones nennen – ein Allerweltsname in Großbritannien.
Ein Mythos lebt weiter
2010 kürte das Magazin „Time“ Banksy zu einer der einflussreichsten Personen der Welt. Die Anonymität des Künstlers ist Teil seines Mythos. Banksy selbst wehrt sich gegen jede Enttarnung und pocht auf sein Recht auf Anonymität. Dass er nicht erkannt werden möchte, hat wohl auch mit einer großen Portion Eitelkeit zu tun. Seine Werke erzielen auf dem Kunstmarkt Millionensummen.
Die neue Statue in London ist bereits die zweite spontane Aktion von Banksy in diesem Jahr. Immer wieder überrascht er mit unangekündigten Kunstwerken an öffentlichen Orten. Die Reaktionen sind gemischt: Während viele die Botschaft feiern, kritisieren andere die Provokation. Fest steht: Banksy bleibt ein Phänomen, das die Kunstwelt und die Öffentlichkeit gleichermaßen fasziniert.



