Iris Berben kritisiert Altersdiskriminierung: Partner Heiko wird oft ignoriert
Berben kritisiert Altersdiskriminierung im Film

Iris Berben erhebt ihre Stimme gegen Altersdiskriminierung im Filmgeschäft

Die renommierte Schauspielerin Iris Berben nutzte ihren Auftritt in der NDR Talk Show, um ein brisantes Thema anzusprechen: die mangelnde Präsenz älterer Frauen in der deutschen Film- und Fernsehbranche. Mit 75 Jahren ist Berben selbst noch äußerst aktiv und bewirbt aktuell ihren neuen Film Ein fast perfekter Antrag, in dem sie neben Heiner Lauterbach die Hauptrolle spielt. Doch sie betont, dass dies für viele ihrer Kolleginnen leider keine Selbstverständlichkeit darstellt.

Fehlende Rollen für Frauen über 40

Berben erklärte in der Sendung, dass es in der Branche eine unsichtbare Grenze für Frauen gebe, sobald sie das 40. Lebensjahr überschritten haben. Wir haben nicht allzu viele Filme, in denen Frauen in meinem Alter gezeigt und ihre Geschichten erzählt werden, so die erfahrene Darstellerin. Sie sieht darin eine Diskrepanz zum modernen Frauenbild, das sich in der Gesellschaft längst etabliert habe, auf der Leinwand jedoch oft fehle.

Ihr Engagement für die Rolle der Alice in ihrem aktuellen Film begründet sie damit, dass solche Charaktere mit einer natürlichen Selbstverständlichkeit präsentiert werden sollten. Diese Frauen gibt es überall und es werden immer mehr. Aber wir müssen laut sein und es auch immer wieder einfordern, dass ihre Geschichten erzählt werden, forderte Berben entschieden.

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Kolleginnen bestätigen das Problem

Die Kritik von Iris Berben wird von zahlreichen anderen Schauspielerinnen geteilt, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben:

  • Christine Neubauer (63) beklagt öffentlich, dass sie kaum noch Rollenangebote erhält.
  • Karin Thaler (60), bekannt aus den Rosenheim-Cops, sagte im Oktober 2025 deutlich: Mittlerweile kommt nichts mehr.
  • Annette Frier (52) betonte, dass viele talentierte Kolleginnen aus ihrer Generation heute fast nicht mehr arbeiten könnten.

Diese Aussagen unterstreichen, dass es sich bei dem von Berben angesprochenen Thema um ein strukturelles Problem handelt, das dringend angegangen werden muss.

Private Einblicke: Partner Heiko wird oft übersehen

Neben dem beruflichen Thema gewährte Iris Berben auch seltene Einblicke in ihr Privatleben mit Partner Heiko Kiesow (64). Zunächst zeigte sie sich zurückhaltend und verwies auf No private talks, ließ sich dann aber doch zu persönlichen Bemerkungen hinreißen.

Sie beschrieb sich selbst als sehr anstrengend, extrem ungeduldig, schnell und sehr emotional. Besonders herausfordernd sei für die Beziehung ihre große Popularität. Wenn wir irgendwo auftreten oder die Berlinale besuchen, kommen Regisseure und Intendanten zu mir und fallen mir um den Hals. Heiko steht daneben und wird gar nicht beachtet. Das ist einfach ein Unding, kritisierte Berben deutlich.

Dennoch betonte sie, dass ihr Partner diese Situation mit Fassung trage. Dieser Tunnelblick, der auf einen gerichtet ist, wenn man in der Öffentlichkeit steht, hält er sehr gut aus, so die Schauspielerin. Es scheint, als habe sich Heiko Kiesow damit arrangiert, dass seine berühmte Partnerin meist im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht.

Eine Karriere mit beeindruckenden Zahlen

Seit ihrem Debüt in Der Mann mit dem Glasauge im Jahr 1969 hat Iris Berben eine bemerkenswerte Karriere hingelegt. Laut der Filmdatenbank IMDb wirkte sie bisher in 179 Produktionen mit – und jedes Jahr kommen neue Projekte hinzu. Diese Kontinuität ist in einer Branche, die oft nach jugendlichen Gesichtern sucht, keineswegs selbstverständlich.

Ihr Engagement für mehr Sichtbarkeit älterer Frauen im Film bleibt ungebrochen. Berben setzt sich nicht nur mit Worten, sondern auch durch ihre eigene Präsenz auf der Leinwand für dieses Anliegen ein. Ihr Appell an die Branche ist klar: Es müssen mehr Geschichten von Frauen jenseits der 40 erzählt werden, um der gesellschaftlichen Realität gerecht zu werden.

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