Kinodrama „Block 10“ mit Christian Berkel zeigt erstmals Original-Aufnahmen aus Auschwitz
Ein neues Kinodrama wirft einen bedrückenden Blick auf eines der dunkelsten Kapitel des Konzentrationslagers Auschwitz. In „Block 10“ (Kinostart: 22. Oktober 2026) erzählt Produzentin und Drehbuchautorin Alice Brauner (60) die Geschichte von Hunderten jüdischen Frauen, die 1943 im gleichnamigen Block auf engstem Raum eingesperrt waren und grausamen medizinischen Experimenten zur Zwangssterilisierung ausgesetzt wurden.
Christian Berkel in der Hauptrolle als jüdischer Gynäkologe
In der Hauptrolle des Films ist Kinostar Christian Berkel (68) zu sehen. Er verkörpert den jüdischen Gynäkologen Dr. Maximilian Samuel, der 1942 mit seiner Familie aus Köln nach Auschwitz deportiert wurde. „Weil Dr. Samuel Frauenarzt war, wurde er abgestellt, um bei den Zwangssterilisationen jüdischer Frauen mitzuarbeiten“, erklärt Berkel die schwierige Rolle. Der Arzt versucht jedoch, heimlich einen Eierstock zu erhalten, damit die Frauen später noch Kinder bekommen können – mit teilweisem Erfolg.
Sensation: Erste originale Auschwitz-Aufnahmen in einem Spielfilm
Das Besondere an dem Filmprojekt: „Block 10“ zeigt erstmals originale Filmaufnahmen aus dem ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz in einem Spielfilm. Alice Brauner erklärt: „Es gibt seit 2025 neues digitales Filmmaterial von Auschwitz, das direkt von Museumsmitarbeitern aufgenommen wurde und für fiktionale Produktionen eingesetzt werden kann. Das gab es bislang noch nie in einem Spielfilm!“
Das Visual-Effects-Studio arbeitet diese Original-Aufnahmen der Blöcke und Baracken in den Film ein, sodass Auschwitz von außen zum ersten Mal original und nicht nachgebaut in einem Spielfilm zu sehen ist. „Noch nicht mal Steven Spielberg hat ‚Schindlers Liste‘ in dem ehemaligen KZ gedreht“, betont Brauner.
Komplexe Verträge und ethische Bedenken
Um das historische Filmmaterial nutzen zu dürfen, musste Alice Brauner, Tochter des Film-Moguls und Oscarpreisträgers Artur Brauner, „einen sehr komplexen Vertrag unterschreiben“. Sie erklärt: „Ich denke, damit sichergestellt wird, dass es nicht für falsche Zwecke instrumentalisiert wird.“
Hintergrund ist, dass in Auschwitz grundsätzlich keine fiktionalen Produktionen gedreht werden dürfen. Durch Dreharbeiten könnten nicht nur die historische Substanz der Gedenkstätte gefährdet, sondern auch die Würde der dort Ermordeten beeinträchtigt werden.
Authentische Grundlage und emotionale Dreharbeiten
Das Drehbuch basiert auf:
- Authentischen Zeitzeugenaussagen
- Historischen Dokumenten
- Originalen Gerichtsprotokollen
Unter der Regie von Marcus O. Rosenmüller (62) entstand ein Drama, das moralische Konflikte und Überlebenskampf im KZ thematisiert. Für Christian Berkel, der mütterlicherseits jüdischer Herkunft ist, waren die Dreharbeiten besonders emotional: „Der Dreh ging mir nahe. Aber gerade jetzt brauchen wir so einen Film. Es ist bitter, wie das Thema momentan verdrängt wird.“
Weitere Besetzung und historischer Kontext
Neben Christian Berkel sind in dem Film unter anderem zu sehen:
- Johannes Zirner (46) als Nazi-Arzt Dr. Horst Schumann
- Talia Dogan (22) als inhaftierte Bella Mellach
- Bibiana Beglau (54) als französische Ärztin Dr. Adélaïde Hautval
- Axel Prahl (54) als Prof. Clauberg
Die reale historische Figur Dr. Maximilian Samuel (188–1943) wurde 1943 in Auschwitz ermordet. Sein Schicksal und das der Frauen aus Block 10 stehen im Mittelpunkt dieses bedeutenden filmischen Erinnerungsprojekts.



