Nach dem Einsturz eines Mehrfamilienhauses in der Innenstadt von Görlitz läuft die Suche nach Vermissten auf Hochtouren. „Es gibt mehrere Menschen, die derzeit nicht erreichbar sind“, sagte Polizeisprecherin Anja Leuschner der Deutschen Presse-Agentur. An der Unglücksstelle wurden unter anderem zwei Spürhunde eingesetzt, die auf den Trümmern nach möglichen Verschütteten suchen.
Gasleck unter den Trümmern entdeckt
Das Haus in der James-von-Moltke-Straße unweit des Görlitzer Bahnhofs war am frühen Abend eingestürzt. Die genaue Ursache ist noch unklar, jedoch wurde inzwischen ein Gasleck unter den Trümmern festgestellt. Polizeisprecherin Leuschner betonte: „Es muss nicht heißen, dass es eine Gasexplosion gab.“ Zuvor hatten Zeugen von einer Explosion und Gasgeruch berichtet.
Vermisstenzahlen noch unbestätigt
Die „Bild“ berichtete, es würden fünf Menschen vermisst, zwei davon könnten unter den Trümmern liegen. Die Polizeisprecherin bestätigte diese Zahlen nicht. Sie wies darauf hin, dass die Vermissten sich möglicherweise gar nicht im Haus aufgehalten hätten. Die Suche soll die ganze Nacht fortgesetzt werden.
Großeinsatz mit 120 Kräften
Bis zum späten Abend waren rund 120 Einsatzkräfte vor Ort. Dank spezieller Messgeräte konnte trotz des Gaslecks weitergesucht werden. Die Spürhunde kletterten über die Trümmer und zeigten an, wenn sie etwas bemerkten. Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks riefen: „Hier ist das THW, können Sie uns hören?“ Ein Mann hielt sich am Ort auf, der seine Frau in dem eingestürzten Haus vermutete.
Evakuierungen und Absperrungen
Die Polizei evakuierte mindestens drei Häuser und sperrte das Gebiet weiträumig ab, um Schaulustige fernzuhalten. Dennoch beobachteten viele Menschen die Lage von der Absperrung aus. Der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu (CDU) machte sich vor Ort ein Bild.
Pressekonferenz am Dienstagmorgen
Am Dienstagmorgen um 8.30 Uhr soll in der Jägerkaserne in Görlitz eine Pressekonferenz mit Vertretern von Stadt, Polizei und Feuerwehr stattfinden. Das eingestürzte Gebäude gehört der städtischen Wohnungsbaugesellschaft KommWohnen.
Görlitz, die östlichste Stadt Deutschlands, liegt in der sächsischen Oberlausitz an der Neiße und hat 57.000 Einwohner. Die historische Altstadt ist ein beliebter Drehort für internationale Filmproduktionen.



