1:6-Pleite gegen Schweiz: DEB-Team droht WM-Vorrunden-Aus
1:6-Pleite: DEB-Team droht WM-Aus

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft steckt nach einer historischen Derby-Klatsche gegen die Schweiz in großen Schwierigkeiten. Das Team von Bundestrainer Harold Kreis verlor am Montagabend in Zürich mit 1:6 (0:0, 0:5, 1:1) und kassierte damit die höchste WM-Niederlage gegen den Erzrivalen seit 1937. Nach drei Spielen steht die DEB-Auswahl ohne Punkt und mit nur zwei erzielten Toren am Tabellenende der Gruppe.

Dritte Pleite im dritten Spiel

Die Niederlage war die dritte im dritten Turnierspiel, nachdem Deutschland zuvor bereits gegen Tschechien (1:2) und Lettland (0:2) verloren hatte. Die Mannschaft befindet sich nun in einer extrem prekären Lage: Um die minimalen Chancen auf das Viertelfinale zu wahren, muss am Mittwoch (20.20 Uhr/ProSieben und MagentaTV) ein Sieg gegen Olympiasieger und Titelverteidiger USA her. Die Amerikaner haben bisher nur gegen Aufsteiger Großbritannien gewonnen und kämpfen ebenfalls ums Weiterkommen.

Historische Pleitenserie

Mit der siebten WM-Niederlage in Serie setzt sich der Abwärtstrend fort, der auf den sensationellen WM-Silbergewinn 2023 folgte. Es ist die längste Pleitenserie seit 31 Jahren. Der Druck auf Bundestrainer Kreis wächst, zumal auch das olympische Turnier mit NHL-Stars wie Leon Draisaitl enttäuschend verlief. Ein Jahr vor der Heim-WM in Deutschland steht das Team vor großen Herausforderungen.

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Spielverlauf: Guter Start, dann Einbruch

Die DEB-Auswahl begann das Derby engagiert und zielstrebig, konnte aber in den ersten beiden Minuten ein Überzahlspiel nicht nutzen. Auch das erste Unterzahlspiel wurde souverän überstanden. Im Mitteldrittel brach das Team jedoch komplett ein. Denis Malgin (26.) traf bei einem Konter in Unterzahl zur Führung für die Schweiz. Nur 35 Sekunden später legten Sven Andrighetto und Christoph Bertschy (beide 30.) mit einem Doppelschlag nach. Nico Hischier (38.) und Kapitän Roman Josi (39.) erhöhten noch vor der zweiten Pause auf 5:0. Im Schlussdrittel sorgte Andrighetto mit seinem zweiten Treffer (46.) für das 6:0. Frederick Tiffels erzielte in seinem 100. Länderspiel den Ehrentreffer (56.).

Kreis reagiert mit Umstellungen

Bundestrainer Kreis hatte vor dem Spiel reagiert und mehrere Änderungen vorgenommen: Im Tor stand erstmals Jonas Stettmer von Beginn an, in der Verteidigung debütierte Phillip Sinn, und im Sturm rotierte Andreas Eder ins Team. Zudem wurden die Sturmreihen umgebaut. Dennoch blieb das Powerplay harmlos, und individuelle Fehler führten zu Gegentoren. „Es ist kein Mangel an System oder Verständnis, wie wir spielen wollen“, hatte Kreis nach der Lettland-Niederlage betont. „Glaubt mir, die Jungs sind am meisten frustriert.“

Die Schweiz präsentierte sich bei ihrer Heim-WM in nahezu Bestbesetzung mit sechs NHL-Profis und will nach zwei Silbermedaillen in Folge endlich den Titel gewinnen. Für Deutschland geht es nun um die nackte sportliche Ehre und den Kampf um den Klassenerhalt in der A-Gruppe.

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