Hauseinsturz in Görlitz: Suche nach Vermissten dauert an
Görlitz: Suche nach Vermissten nach Hauseinsturz

Görlitz – Nach dem Einsturz eines Mehrfamilienhauses in der Innenstadt von Görlitz läuft die Suche nach Vermissten auf Hochtouren. „Es gibt mehrere Menschen, die derzeit nicht erreichbar sind“, sagte Polizeisprecherin Anja Leuschner der Deutschen Presse-Agentur. Die genaue Zahl der Vermissten ist noch unklar. Die „Bild“ berichtete von fünf vermissten Personen, von denen zwei unter den Trümmern liegen könnten. Die Polizeisprecherin bestätigte diese Zahlen nicht und betonte, dass die Vermissten sich möglicherweise gar nicht im Haus aufgehalten hätten.

Einsatz von Spürhunden und technischen Hilfsmitteln

An der Unfallstelle wurden unter anderem zwei Spürhunde eingesetzt, die auf dem Schutt klettern und nach verschütteten Menschen suchen. Das Haus war am frühen Abend eingestürzt, die genaue Ursache ist noch unklar. Bestätigt wurde jedoch ein Gasleck unter den Trümmern. Polizeisprecherin Leuschner betonte, dass der Einsturz nicht zwangsläufig durch eine Gasexplosion verursacht worden sein müsse. „Es muss nicht heißen, dass es eine Gasexplosion gab“, sagte sie. Dank spezieller Messgeräte könne die Suche trotz des Gaslecks fortgesetzt werden.

Hilferufe der Einsatzkräfte und Angehörige vor Ort

Die Vermisstensuche läuft auf Hochtouren. Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) standen vor dem eingestürzten Gebäude und riefen: „Hier ist das THW, können Sie uns hören?“ Ein Mann hielt sich am Einsturzort auf, der seine Frau in dem Haus vermutete. Insgesamt waren bis zum späten Abend rund 120 Einsatzkräfte im Einsatz. Die Suche soll die ganze Nacht über weitergeführt werden.

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Evakuierungen und Absperrungen

Nach dem Einsturz hatte die Polizei mindestens drei Häuser evakuiert. Der Bereich um das Gebäude wurde weiträumig abgesperrt, sodass Schaulustige das Haus nicht mehr sehen konnten. Dennoch versammelten sich Menschen an der Absperrung, um die Lage zu beobachten. Der Oberbürgermeister von Görlitz, Octavian Ursu (CDU), machte sich vor Ort ein Bild von der Situation. Das betroffene Haus in der James-von-Moltke-Straße unweit des Görlitzer Bahnhofs gehört der Wohnungsbaugesellschaft KommWohnen, einem Tochterunternehmen der Stadt Görlitz. Es handelte sich um ein Gründerzeithaus mit Miet- und Ferienwohnungen, in dem mehrere Parteien wohnten.

Pressekonferenz für Dienstagmorgen angekündigt

Am Dienstagmorgen um 8.30 Uhr soll in der Jägerkaserne in Görlitz eine Pressekonferenz stattfinden, bei der Vertreter der Stadt, der Polizei und der Feuerwehr anwesend sein werden. Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands, liegt in der sächsischen Oberlausitz an der Neiße und hat rund 57.000 Einwohner. Seit 1998 bildet sie mit der polnischen Nachbarstadt Zgorzelec eine Europastadt. Wegen der historischen Altstadt ist Görlitz ein beliebter Drehort für internationale Filmproduktionen.

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