Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz ein historisches Debakel erlitten. Am Montag unterlag die Auswahl von Bundestrainer Harold Kreis dem Gastgeber mit 1:6 (0:0, 0:5, 1:1) und kassierte damit die höchste WM-Niederlage gegen die Schweiz seit 89 Jahren. Nach drei Spielen steht das Team noch immer ohne Punkt da – mit einem Torverhältnis von 2:11. Das Minimalziel Viertelfinale rückt in weite Ferne.
Desaströses zweites Drittel
Im ersten Drittel hielt die deutsche Mannschaft noch gut mit und zeigte eine positive Reaktion auf die vorherigen Niederlagen gegen Finnland (1:3) und Lettland (0:2). Doch im zweiten Durchgang brach das Team komplett ein. Die Schweiz nutzte ihre Chancen eiskalt und erzielte innerhalb von 35 Sekunden zwei Tore. Besonders bitter: Denis Malgin traf sogar in deutscher Überzahl zum 0:1. Bundestrainer Kreis verzichtete auf eine Auszeit, was für Diskussionen sorgte. Am Ende des Mitteldrittels stand es 0:5 – aus neun Schüssen machte die Schweiz fünf Treffer.
Offensive harmlos wie nie
Die deutsche Offensive enttäuscht weiterhin. Mit nur zwei Toren in drei Spielen ist die Mannschaft das harmloseste Team im Turnier. Selbst in Überzahl gelang kein Treffer. Die NHL-Stars der Schweiz um Kapitän Roman Josi gaben dem Erzrivalen eine Lehrstunde. Nico Hischier und Josi selbst trafen ebenfalls. Im Schlussdrittel ließ Bundestrainer Kreis überraschend Torwart Jonas Stettmer im Tor, der NHL-Keeper Philipp Grubauer vertrat. Die Schweiz erhöhte durch Andrighetto auf 6:0, ehe Tiffels mit dem 1:6 nur noch Ergebniskosmetik betrieb.
Restchance auf Viertelfinale
Mathematisch hat Deutschland noch eine Chance auf das Viertelfinale, dafür müssten die restlichen Spiele gegen den Titelverteidiger USA, Ungarn, Österreich und Großbritannien alle gewonnen werden. Angesichts der bisherigen Leistungen erscheint dies jedoch unwahrscheinlich. Immerhin kann der DEB als Ausrichter der WM 2027 nicht absteigen. Die Mannschaft muss sich nun dringend steigern, um ein Fiasko im eigenen Land zu vermeiden.



