Daumenkino-Künstler Volker Gerling enthüllt in Wesenberg die Magie flüchtiger Begegnungen
In der brenn:werk-Halle in Wesenberg erwartet Besucher am Samstag, dem 28. Februar, um 19 Uhr ein einzigartiges Daumenkino-Abenteuer. Der Einlass zu dieser besonderen Veranstaltung in der Bahnhofsstraße 18 beginnt bereits um 18 Uhr und bietet die Gelegenheit, in die faszinierende Welt des Künstlers Volker Gerling einzutauchen.
Poetische Wimpernschläge im Zauber des Flüchtigen
Volker Gerling hält den Zauber des Flüchtigen, beinahe Unsichtbaren in seinen Werken fest. Seine Momentaufnahmen sind poetische Wimpernschläge von exakt 12 Sekunden Dauer, die eine besondere Intensität entwickeln. Der Künstler ist insgesamt 5500 Kilometer durch Deutschland, Österreich und die Schweiz gewandert und hat dabei mit seiner Kamera Kleinode wundersam unscheinbarer Begegnungen dokumentiert.
Diese Begegnungen verarbeitet Gerling in Form fotografischer Daumenkinos, die eine einzigartige Verbindung zwischen Bewegung und Stillstand schaffen. Seine Arbeiten üben auf die Betrachter eine besondere Faszination aus, da sie den flüchtigen Moment einfangen und gleichzeitig erweitern.
International ausgezeichnetes Kunstprojekt
Das Stück „Bilder lernen laufen, indem man sie herumträgt“ wurde bereits auf Theaterfestivals in über 30 Ländern auf vier Kontinenten präsentiert. Bei dem renommierten Fringe Theaterfestival in Edinburgh erhielt das Projekt den Total Theatre Award, eine der höchsten Auszeichnungen im experimentellen Theaterbereich.
Diese internationale Anerkennung unterstreicht die künstlerische Qualität und innovative Herangehensweise, mit der Gerling sein Daumenkino-Konzept entwickelt hat.
Reisebekanntschaften werden per Daumenkino lebendig
Auf seinen ausgedehnten Wanderungen traf Volker Gerling eine Vielzahl besonderer Menschen, deren Geschichten er in seinen Daumenkinos festhält. Darunter befindet sich ein alter Mann, der die Welt retten wollte und dabei fast verhungert wäre, ein Tischlergeselle, der kurz vor seiner Abreise eine neue Freundin kennenlernte, und ein junger Mann, der wie Gerling zu Fuß nach Österreich wanderte, allerdings aus völlig anderen Beweggründen.
Gerling erzählt von diesen großen, kleinen, ernsten und skurrilen Zufallstreffen und lässt seine Protagonisten auf der Bühne für einen Moment lebendig werden. Die Darstellung ist so intensiv, dass man mitunter meint, diese Menschen schon seit Jahren zu kennen.
Magische Porträtstudien enthüllen die Bedeutung der menschlichen Begegnung
Auf der Bühne blättert Gerling die Fotos unter einer Videokamera ab, projiziert die Bilder auf eine Leinwand und erzählt parallel die Geschichten der Menschen, die er fotografieren durfte. In diesen magischen Porträtstudien entsteht eine leichtfüßige und gleichzeitig tiefsinnige Reflexion über die Flüchtigkeit des Moments.
Die Daumenkinos werden zu einer Meditation über die Bedeutung der menschlichen Begegnung und die Kunst, im Vorübergehenden etwas Bleibendes zu erkennen. Gerlings Werk zeigt, wie aus flüchtigen Begegnungen nachhaltige künstlerische Statements entstehen können, die den Betrachter berühren und zum Nachdenken anregen.
Die Veranstaltung in Wesenberg bietet damit nicht nur einen Einblick in ein einzigartiges Kunstprojekt, sondern auch eine Reflexion über die menschliche Verbindung in einer schnelllebigen Zeit.



