Filmabend zum Frauentag in Templin: Frauenstimmen zwischen DDR-Vergangenheit und Teheraner Gegenwart
Frauentag-Filmnacht in Templin: Stolz, Widerstand und Solidarität

Filmabend zum Frauentag in Templin: Frauenstimmen zwischen DDR-Vergangenheit und Teheraner Gegenwart

Das Multikulturelle Centrum (MKC) in Templin veranstaltet am 7. März einen besonderen Themenabend anlässlich des Internationalen Frauentages. Zwei aktuelle Filme rücken Frauen in den Mittelpunkt, die für Würde und Selbstbestimmung stehen – sowohl in der ostdeutschen Industriegeschichte als auch im heutigen Iran.

Dokumentation über DDR-Arbeiterinnen eröffnet den Abend

Um 17 Uhr beginnt der Abend mit der Dokumentation „Stolz & Eigensinn“ von Regisseur Gerd Kroske. Der Film porträtiert Frauen, die in den Großbetrieben der DDR arbeiteten und nach der Wende von massiven Entlassungen betroffen waren. Mit bemerkenswerter Klarheit berichten sie von ihrer beruflichen Unabhängigkeit, ihrem Selbstverständnis als Facharbeiterinnen und ihrem Stolz auf die geleistete Arbeit.

Gleichzeitig schildern sie die Irritation und Enttäuschung, als ihre Positionen plötzlich von Männern übernommen werden sollten. Historische Interviews aus den 1990er-Jahren treffen auf heutige Kommentare der Protagonistinnen, wodurch ein vielschichtiger Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart entsteht, der persönliche Biografien mit der Zeitgeschichte verknüpft.

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Kulinarische Pause mit arabischen Spezialitäten

Zwischen den beiden Filmvorführungen lädt das MKC ab 19 Uhr zu einem Büfett mit arabischen Spezialitäten ein. Zubereitet wird es von „Culinary Crossroads“, einer Initiative, die kulinarische Traditionen verschiedener Kulturen zusammenbringt und so für kulinarische Vielfalt sorgt.

Drama über verbotene Literatur im Iran

Um 20 Uhr folgt das Drama „Lolita lesen in Teheran“ von Eran Riklis, basierend auf dem autobiografischen Roman der Literaturwissenschaftlerin Azar Nafisi. In einer Zeit zunehmender Repression versammelt Nafisi heimlich sechs Studentinnen in ihrem Wohnzimmer, um verbotene westliche Klassiker zu lesen.

Während draußen Moralwächter patrouillieren und Universitäten ideologisch gleichgeschaltet werden, entsteht im privaten Raum ein Ort des freien Denkens. Angesichts der aktuellen politischen Situation im Iran gewinnt dieser Stoff eine besondere Brisanz und zeigt, wie fragil Freiheit ist und wie kostbar jeder Raum bleibt, in dem Gedanken frei ausgesprochen werden dürfen.

Fortsetzung der innovativen Kinoformate im MKC

Mit dieser Filmnacht setzt das MKC seine Reihe innovativer Kinoformate fort. Dazu gehört auch der „Secret Film Club“, der einmal im Monat mittwochs eine cineastische Überraschung präsentiert. Der nächste Termin ist am Mittwoch, den 11. März. Titel und Details bleiben bewusst geheim, nur so viel ist angekündigt: Der ausgewählte Film erzählt von Mitgefühl und Menschlichkeit in schwierigen Zeiten und davon, wie Solidarität entstehen kann, wo Institutionen versagen.

So wird das Kino in Templin an diesen Abenden zum Ort der Begegnung und des Nachdenkens, der über die reine Filmvorführung hinausgeht und gesellschaftliche Themen aufgreift.

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