Krieg im Iran: US- und israelische Luftangriffe zerstören historisches Kulturerbe
Luftangriffe der USA und Israels haben im Iran zahlreiche historische Stätten, darunter Paläste, Gärten und Moscheen, teils schwer beschädigt. Politiker des iranischen Regimes sprechen von einem "Krieg gegen die Zivilisation", während die Unesco ihre tiefe Besorgnis über die Zerstörungen äußert. Die Angriffe haben architektonische Juwelen getroffen, die teilweise bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen.
Golestan-Palast in Teheran: Ein Wahrzeichen unter Beschuss
Der Golestan-Palast in Teheran, dessen Anlagen bis ins 14. Jahrhundert zurückgehen und der mit seinem filigranen Wandschmuck den Spiegelsaal von Versailles in den Schatten stellt, wurde Anfang März durch einen Luftangriff in unmittelbarer Nähe schwer getroffen. Die Druckwelle zerstörte große Teile des kunstvollen Dekors. Dieses Wahrzeichen der Stadt steht exemplarisch für die Verwundbarkeit des kulturellen Erbes im Konflikt.
Isfahan: Historische Prachtstätten beschädigt
In der historischen Hauptstadt Isfahan gab es ebenfalls erhebliche Schäden. Einschläge in der Nähe des Prachtplatzes Naqsch-e-Dschahan aus dem 17. Jahrhundert trafen den Kaiserpalast Ali Qapu und den "Vierzigsäulenpalast" Tschehel Sotun. Berichten zufolge hat auch die berühmte Freitagsmoschee von Isfahan Schäden erlitten. Der Gouverneur von Isfahan bezeichnete die Angriffe als "barbarisch" und kritisierte, dass "die ältesten Symbole der Zivilisation mit modernsten Waffen angegriffen werden".
Ausmaß der Zerstörung: Zahlen und Reaktionen
Nach Angaben des iranischen Kulturministeriums sind in den ersten zwei Kriegswochen mindestens 56 Museen und historische Stätten beschädigt worden, wobei Teheran mit 19 betroffenen Kulturstätten besonders stark betroffen ist. Die Unesco bestätigte, dass mindestens vier Weltkulturerbestätten beschädigt wurden, und erklärte sich "zutiefst besorgt über Berichte über Zerstörungen an Kulturerbestätten im Nahen Osten, insbesondere in Iran und in den Nachbarländern". Das iranische Ministerium hat blaue Flaggen an Kulturstätten angebracht, um sie als geschützt zu kennzeichnen, während die israelische Armee betont, dass kulturelle Stätten keine Ziele seien, sich aber nicht zu Kollateralschäden äußert.
Weitere betroffene Stätten und Folgen
Neben den prominenten Stätten in Teheran und Isfahan wurde auch eine historische Burg über Khorramabad leicht beschädigt. Diese Zerstörungen unterstreichen die weitreichenden Auswirkungen des Konflikts auf das kulturelle Gedächtnis der Region. Die Situation verdeutlicht, wie militärische Auseinandersetzungen nicht nur menschliches Leid, sondern auch unwiederbringliches Kulturgut gefährden.



