Historische Gruft erlebt Besucheransturm nach umfassender Renovierung
Ein beeindruckender Andrang herrschte am vergangenen Wochenende im Berliner Dom: Mehr als 12.000 Menschen besuchten die frisch sanierte Hohenzollerngruft, die nach sechs Jahren Umbauzeit erstmals wieder für die Öffentlichkeit zugänglich war. Die Neugierigen standen teilweise bis zu einer Stunde Schlange, um einen Blick auf eine der bedeutendsten Grablegen Europas zu werfen.
Sechs Jahre Sanierung für denkmalgeschützte Ruhestätte
Die Hohenzollerngruft, die nach Angaben des Doms zu den größten ihrer Art in Europa zählt, beherbergt 91 Särge aus fünf Jahrhunderten. In ihnen ruhen die sterblichen Überreste von Angehörigen des preußischen Adelsgeschlechts der Hohenzollern, darunter der erste Preußenkönig Friedrich I. und seine Gemahlin Sophie Charlotte. Die wechselvolle Geschichte der Gruft umfasst mehrere Umsiedlungen, zuletzt im späten 19. Jahrhundert, sowie schwere Zerstörungen durch einen Bombenangriff im Jahr 1944. Seit 1990 war sie für Besucher geöffnet, zog jährlich über 700.000 Menschen an.
Doch genau dieser enorme Besucherandrang führte zu erheblichen Problemen: Feuchtigkeit und Wärme setzten den historischen Särgen zu, Schimmelpilze breiteten sich aus. Daher wurde die Gruft in den vergangenen sechs Jahren umfassend saniert. Die Maßnahmen umfassten:
- Die Installation einer modernen Klimaanlage zur Regulierung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit
- Die Einrichtung eines neuen Rundgangs für Besucher
- Den Einbau eines Aufzugs für barrierefreien Zugang
Festlicher Wiedereröffnung mit prominenten Gästen
Am Samstag öffnete die Gruft im Rahmen eines Tages der offenen Tür ihre Pforten, was den beschriebenen Besucheransturm auslöste. Am Sonntag folgte ein feierlicher Festgottesdienst, bei dem unter anderem der parteilose Kulturstaatsminister Wolfram Weimer das Wort ergriff. Weimer betonte die historische Bedeutung des Ortes: „Man macht einen einzigartigen Erinnerungsraum wieder zugänglich – einen Ort, an dem europäische und deutsche Geschichte erfahrbar wird.“ Er bezeichnete die Gruft als „einen einzigartigen Erinnerungsort für das kulturelle Leben in Berlin“.
Die erfolgreiche Sanierung sichert nicht nur den Erhalt dieses kulturhistorischen Schatzes, sondern macht ihn auch für kommende Generationen in optimierter Form erlebbar. Die Hohenzollerngruft bleibt damit ein zentraler Anlaufpunkt für alle, die sich für die preußische Geschichte und europäische Adelskultur interessieren.



