Karoline Schuch über Vampirrolle und Familienleben: „Ich brauche meine Maulwurfzeit“
Karoline Schuch: Vampirrolle und Familienleben

Karoline Schuch: Erfolgreiche Vampirin und bewusste Familienfrau

Die erste Staffel der Serie „Oderbruch“ mit Karoline Schuch in der Hauptrolle wurde beeindruckende 13 Millionen Mal in der ARD-Mediathek gestreamt. Aktuell läuft die zweite Staffel, in der die Schauspielerin ihre unheimliche Vampirrolle weiter ausbaut. Parallel bereitet sie sich auf ihre neue Aufgabe als Nachfolgerin von Axel Milberg im Kieler „Tatort“ vor, wo sie Ende 2026 gemeinsam mit Almila Bagriacik Premiere feiern wird.

Die bewusste Rückzugspraxis: „Maulwurfzeit“

„Ich nenne das meine Maulwurfzeit“, erklärt Karoline Schuch lachend im Gespräch. „Ich grabe mich regelrecht ein und schaue auch nicht raus. In diesen Phasen gibt es nur meine Familie und mich.“ Die 44-jährige Schauspielerin löscht in diesen Auszeiten sogar regelmäßig ihren Instagram-Account, was sie als Selbstkontrollmechanismus bezeichnet. „Ich bin einfach schlecht darin, zu senden, wenn ich in dieser Phase bin. Deshalb dauert meine Maulwurfzeit auch jedes Mal so lange, wie sie eben dauert.“

Umzug aufs Land für mehr Familienzeit

Diese bewussten Rückzugsphasen, die teilweise bis zu einem Jahr andauern können, ermöglicht sich Karoline Schuch durch eine grundlegende Lebensumstellung. Gemeinsam mit ihrem Partner und ihren beiden schulpflichtigen Kindern ist sie von Berlin aufs Land nach Mecklenburg-Vorpommern gezogen. „Ich wollte nicht, dass meine Kinder in der Großstadt aufwachsen“, begründet sie diesen Schritt. „Auf dem Land lernt man zum Beispiel, mit Langeweile umzugehen – am See, im Wald. Und wenn wir unbedingt das gute Brot oder besonderen Kaffee wollen, sind wir nur eine Zugstunde von Berlin entfernt.“

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Karriere und Mutterschaft: Eine persönliche Perspektive

Obwohl Karoline Schuch oft als Beispiel für die Vereinbarkeit von Kindern und Karriere genannt wird, sieht sie sich selbst nicht gerne in dieser Vorbildrolle. „Ich habe von einer berufstätigen Mutter vorgelebt bekommen, dass sich Kinder und Karriere nicht ausschließen“, erklärt sie. „Es kam für mich nie infrage, mich in einer Beziehung in eine Abhängigkeit zu begeben. Ich wollte immer mein eigenes Geld verdienen.“

Gleichzeitig kritisiert sie die immer noch verbreitete Fragestellung: „Es muss endlich aufhören, dass man uns Frauen die Frage stellt, wie wir die drei K's – Kinder, Küche und Karriere – unter einen Hut bekommen. Spannender fände ich, wie Männer sie beantworten würden.“

Erfahrungen mit Benachteiligung in der Filmbranche

Karoline Schuch, die bereits als Jugendliche vor der Kamera stand und 2000 mit „Verbotene Liebe“ ihren Durchbruch hatte, berichtet von deutlichen Benachteiligungen als Frau in der Filmbranche. „Allein die Rollen, die mir vor zehn, fünfzehn Jahren angeboten wurden, waren vor allem die Freundin von oder das Mäuschen, das im Leben des Hauptdarstellers hübsch vorbeischaut“, erinnert sie sich. „Große Kinofilme waren vor allem männlich besetzt – und die Frauen mussten vor allem schön sein. Das hat sich zwar geändert, aber eine wirkliche 180-Grad-Wendung gab es nicht.“

Vampirismus und moderne Gesellschaft

Zurück zu ihrer aktuellen Rolle: Auf die Frage, was für heutige Menschen das sei, was für Vampire das Blut ist, antwortet Karoline Schuch spontan: „Diese verdammten sozialen Medien. Die Menschen fühlen sich dadurch immer ausgelaugter und ungenügender. Aber leider weiß ich keine richtige Lösung dafür.“

Mit ihrer erfolgreichen Serie „Oderbruch“, der bevorstehenden „Tatort“-Rolle und ihrem bewussten Familienleben zeigt Karoline Schuch, wie sie verschiedene Lebensbereiche miteinander verbindet – immer mit der notwendigen „Maulwurfzeit“ für sich selbst.

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