Barberini Museum Potsdam: Max Liebermann und der deutsche Impressionismus im Fokus
Das Museum Barberini in Potsdam widmet sich mit einer bedeutenden Ausstellung dem deutschen Impressionismus und seinem wichtigsten Wegbereiter Max Liebermann. Die Schau, die vom 28. Februar bis zum 7. Juni zu sehen ist, versammelt über 110 Werke aus mehr als 60 internationalen Sammlungen und zählt damit zu den umfangreichsten Präsentationen dieser Kunstrichtung in Deutschland.
Mehr als nur Gartenbilder: Liebermanns vielschichtiges Wirken
Max Liebermann, der von 1847 bis 1935 lebte, nutzte seinen berühmten Garten am Wannsee zwar etwa 200 Mal als Motiv, doch die Ausstellung im Barberini Museum beleuchtet weit mehr als diese idyllische Oase. Sie zeigt Liebermann nicht nur als Maler, sondern auch als engagierten Sammler, einflussreichen Netzwerker und bedeutenden Kulturpolitiker. Damit bietet die Schau eine erweiterte Perspektive auf den Künstler, der sich bewusst über die engen Vorstellungen der kaiserlichen Kunstpolitik hinwegsetzte und um 1900 zum Vorbild für viele Künstlerinnen und Künstler in Deutschland wurde.
Vom französischen Vorbild zur deutschen Moderne
Die Ausstellung zeichnet nach, wie Liebermann mit seinem frühen Blick nach Frankreich die deutsche Malerei erneuerte und den Impressionismus in Deutschland etablierte. Die Schau spannt einen zeitlichen Bogen von den 1880er Jahren bis in die 1930er Jahre und präsentiert dabei charakteristische Themen der deutschen Impressionisten:
- Pulsierende Großstadtansichten und nächtliche Straßenszenen im elektrischen Licht
- Freizeitszenen am Wasser und idyllische Gartenbilder
- Kinderporträts und Theaterszenen
- Motive zwischen Fortschrittsglauben und Großstadtmelancholie
Vielfalt der Künstlerpersönlichkeiten
Neben Schlüsselwerken von Max Liebermann, Lovis Corinth, Max Slevogt und Fritz von Uhde zeigt die Ausstellung auch Arbeiten weniger bekannter und bisher unterschätzter Künstlerinnen und Künstler. Dazu gehören:
- Dora Hitz mit ihren sensiblen Porträts
- Sabine Lepsius als wichtige Vertreterin des Berliner Impressionismus
- Lesser Ury mit seinen stimmungsvollen Stadtansichten
- Maria Slavona und ihre lichtdurchfluteten Kompositionen
Kooperation und politischer Kontext
Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Museum Frieder Burda in Baden-Baden und steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Ein besonderer Fokus liegt auf Liebermanns späteren Jahren: Als Präsident der Preußischen Akademie der Künste in Berlin wurde er nach der Machtübernahme der Nazis 1933 als Jude und überzeugter Demokrat ausgegrenzt und gemieden. Er verbrachte seine letzten Lebensjahre zurückgezogen und tief enttäuscht in seiner Villa am Wannsee.
Impressionismus-Jahr in der deutschen Museumslandschaft
Das Barberini Museum kündigte an, dass sich im Laufe des Jahres auch weitere bedeutende Häuser dem deutschen Impressionismus widmen werden. Die Berlinische Galerie, die Alte Nationalgalerie sowie die Liebermann-Villa am Wannsee planen entsprechende Ausstellungen. Das Museum Barberini selbst beherbergt die umfangreiche Sammlung des Museumsgründers Hasso Plattner, die vor allem Werke französischer Impressionisten wie Monet, Renoir und Pissarro umfasst. Im Jahr 2025 konnte das Haus nach eigenen Angaben rund 350.000 Besuche verzeichnen und festigt damit seine Position als bedeutendes Kunstmuseum in der historischen Mitte Potsdams.



