Museum Gunzenhauser eröffnet „Feinkunsthalle“: Essen in der Kunst wie im Supermarkt
Museum Gunzenhauser: Essen in der Kunst wie im Supermarkt

Museum Gunzenhauser eröffnet „Feinkunsthalle“: Essen in der Kunst wie im Supermarkt

Das Museum Gunzenhauser in Chemnitz widmet sich in diesem Jahr intensiv dem Thema Essen und verwandelt eine ganze Etage in eine innovative „Feinkunsthalle“. Zum Auftakt der Ausstellungsreihe „Mahlzeit“ hat Kuratorin Pauline Tigges die Präsentation der Kunstwerke an einem alltäglichen Ort orientiert: dem Supermarkt. Museumsleiterin Anja Richter erklärt, dass sich in diesem Jahr alles um das Thema Essen dreht, wobei die Ausstellung vom 7. März bis 14. Juni zu sehen ist.

Kunstwerke in Supermarkt-Atmosphäre

Die Ausstellungsmacher schöpfen aus einem großen Fundus von Stillleben und haben Arbeiten von renommierten Künstlern wie Alexej von Jawlensky, Paula Modersohn-Becker, Karl Schmidt-Rottluff und Otto Dix ausgewählt. Die Kunstwerke sind thematisch geordnet, ähnlich wie in einem Supermarkt, mit Abteilungen für Backwaren, Käse, Fisch, Fleisch- und Wurstwaren, Alkoholisches und sogar Kaugummi am Ausgang. Insgesamt werden mehr als 60 Arbeiten präsentiert, die aus den Chemnitzer Kunstsammlungen stammen und durch Leihgaben ergänzt werden.

Epochenübergreifende Darstellungen von Essen

Die Schau bietet einen breiten Blick auf das Thema Essen, von Stillleben und Genremalerei des 19. Jahrhunderts über Werke der klassischen Moderne bis hin zu zeitgenössischen Positionen. Gezeigt werden unter anderem Hinterglasmalerei von Jan Kummer, eine Videoarbeit von Marie Lynn Speckert, die einen Hummer zerlegt und verzehrt, sowie eine Installation von Sophie Schmidt mit zehnfach vergrößerten Kaugummi-Päckchen in der Tradition der Pop-Art. Die knalligen Arbeiten von Osmar Osten mit Sprüchen wie „Eiersallat tut gut!“ und „is DOCH BOCKWURST!“ erinnern an Werbeplakate.

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Interaktive Elemente und zukünftige Pläne

Die Ausstellung zielt darauf ab, die Vielfalt von Essensdarstellungen in der Kunstgeschichte zu zeigen und Fragen zur Repräsentation von Konsum- und Kulturgeschichte zu stellen. Besucher können in einem Mitmach-Raum selbst aktiv werden, indem sie Stillleben zeichnen oder an einem Schwarzen Brett Rezepte austauschen. Allerdings wird die Eat-Art, eine in den 1960ern begründete Kunstrichtung, in der „Feinkunsthalle“ nicht gezeigt, da die Kunstsammlungen Chemnitz über keine solchen Arbeiten verfügen und Leihgaben aus konservatorischen Gründen schwer zu bekommen sind.

Das Museum Gunzenhauser plant in diesem Jahr zwei weitere Ausstellungen zum Thema Essen. Im zweiten Teil der „Mahlzeit“-Reihe wird es um Geschlechterrollen und Essen gehen, während der dritte Teil Essen als gemeinschaftliches Phänomen beleuchtet. Diese Trilogie unterstreicht das Engagement des Museums, kulturelle Themen zugänglich und interaktiv zu gestalten.

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