Weimars Nationaltheater startet mit ambitioniertem Programm in neue Saison
Nach einer erfolgreichen ersten Spielzeit unter der neuen Team-Intendanz präsentiert das Deutsche Nationaltheater Weimar nun ein umfangreiches Programm für die kommende Saison. Das künstlerische Trio um Geschäftsführer Valentin Schwarz, Operndirektor Dorian Dreher und Schauspieldirektor Timon Jansen will mit einem vielfältigen Angebot sowohl die Weimarer Stadtgesellschaft als auch überregionale Gäste begeistern.
Angekommen in der Stadt
„Das Gefühl ist: Wir sind angekommen, wir sind in der Stadt“, beschreibt Valentin Schwarz die Stimmung nach der ersten Spielzeit des neuen Leitungsteams. Die bisherigen Angebote seien „toll angenommen“ worden, was das Team motiviert, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen und weiterzuentwickeln.
Umfangreiches Programm mit 21 Neuproduktionen
Das Herzstück der neuen Spielzeit bilden insgesamt 21 Neuproduktionen im Schauspiel und Musiktheater, darunter:
- Vier Uraufführungen
- Acht Weimarer Erstaufführungen
- Zehn Sinfoniekonzerte der Staatskapelle Weimar
- Mehrere Sonderkonzerte
Den Auftakt bildet im September das Kunstfest Weimar, bei dem unter neuer Festivalleitung Georg Friedrich Händels Oratorium „Messias“ zur Aufführung kommt. Besonders bemerkenswert: Für dieses Projekt arbeitet der Opernchor gemeinsam mit Solisten und der Staatskapelle mit einem eigens zusammengestellten Bürgerchor aus Weimar und Umgebung.
Bedeutende Uraufführungen und gesellschaftliche Themen
Zu den herausragenden Uraufführungen gehört die Adaption von Kaleb Erdmanns Roman „Die Ausweichschule“ unter der Regie von Robin Ormond. Erdmann verarbeitet in seinem Werk persönliche Erfahrungen als Kind während des Amoklaufs am Erfurter Gutenberg-Gymnasium und nähert sich diesem traumatischen Ereignis literarisch an.
Im Schauspielbereich startet die Spielzeit mit Johann Wolfgang Goethes „Faust II“, während im Musiktheater bereits für das jüngste Publikum Angebote geschaffen werden. Die mobile Kinderoper „Nils Karlsson Däumling“ soll Kindergärten in Weimar und der Region besuchen, während sich die Musiktheaterproduktion „Als wir nicht wussten, wer wir waren“ an Kinder ab zehn Jahren richtet und sich poetisch mit dem Thema Demenz auseinandersetzt.
Fortführung erfolgreicher Formate und innovative Konzerte
Die in der vergangenen Spielzeit eingeführten Äquinoktien – nach dem Fachbegriff für Tag-und-Nacht-Gleichen benannte Theaterfestivals – werden fortgesetzt. Höhepunkte sind dabei:
- Die Premiere von Goethes „Faust II“ vom 2. bis 4. Oktober 2026
- Die Premiere der Neuinszenierung von Wagners „Parsifal“ vom 19. bis 21. März 2027
Ein besonderes musikalisches Highlight stellt das „Recycling Concerto“ von Gregor A. Mayrhofer dar, bei dem die Musiker ausschließlich Instrumente aus Recycling-Materialien verwenden.
Neue Ticketmodelle für Publikum
Für theaterbegeisterte Besucher bietet das DNT Weimar in der neuen Spielzeit erstmals thematische Ticketpakete an. Diese ermöglichen den günstigeren Besuch mehrerer zusammenhängender Veranstaltungen. Als Beispiel nennt Schwarz mehrere Wochenenden, an denen sowohl „Faust I“ als auch „Faust II“ aufgeführt werden – „für die volle Goethe-Dröhnung“, wie er es humorvoll formuliert.
Mit diesem vielseitigen Programm positioniert sich das Deutsche Nationaltheater Weimar als lebendige Kulturinstitution, die traditionelle Werke mit zeitgenössischen Produktionen und gesellschaftlich relevanten Themen verbindet und dabei innovative Wege in der Publikumsansprache beschreitet.



