SPD, Grüne und Linke verlassen gemeinsam X – Front gegen Musk
SPD, Grüne, Linke verlassen X – Front gegen Musk

Berlin – Ein beispielloser Schulterschluss: SPD, Grüne und Linke verlassen gemeinsam die Plattform X (ehemals Twitter). In nahezu identischen Stellungnahmen werfen sie dem sozialen Netzwerk vor, in den letzten Jahren im Chaos versunken zu sein und Desinformation zu fördern. Unter dem Hashtag #WirVerlassenX erklärten die Parteien, ihre Accounts nicht mehr bespielen zu wollen.

Welche Accounts betroffen sind

Der Rückzug betrifft die offiziellen Parteikonten sowie die Accounts der Bundestagsfraktionen. Auch einige Spitzenpolitiker wie Jan van Aken (Linken-Chef), Katharina Dröge (Grünen-Fraktionschefin) und Britta Haßelmann (Grüne) machen Schluss. Andere, wie Linke-Fraktionschefin Heidi Reichinnek, waren bereits früher von der Plattform verschwunden. Die Parteien bleiben digital dennoch präsent und verweisen auf Alternativen wie Instagram oder BlueSky. Einzelne Mitglieder können selbst entscheiden, ob sie auf X aktiv bleiben.

Hintergrund der Aktion

Laut „Table.Media“ ging die Initiative maßgeblich von Pegah Edalatian, der politischen Geschäftsführerin der Grünen, aus. Sie bezeichnet X als „Einfallstor für Desinformation und eine aggressive Debattenkultur“. Beobachter verweisen auch auf Änderungen unter Elon Musk, wie die Einführung der „Community Notes“, bei denen Nutzer Beiträge gemeinsam einordnen und Fehlinformationen korrigieren können. Die SPD-Bundestagsfraktion hatte ihren letzten inhaltlichen Tweet bereits im Dezember 2025 abgesetzt und den Kanal seither nicht mehr betreut.

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Kritik am gemeinsamen Rückzug

Nicht alle Politiker ziehen mit. Ricarda Lang (Grüne) und SPD-Chef Lars Klingbeil hatten sich bis zum Mittag der Aktion nicht angeschlossen. Der einheitliche Schritt der drei Parteien stößt auch auf Kritik. Statt sich der Debatte auf der Plattform zu stellen, ziehen sich mehrere große politische Akteure gemeinsam zurück. X bleibt weiterhin eine der reichweitenstärksten politischen Plattformen. Der Rückzug wirkt daher für manche eher wie ein Symbolakt denn eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Veränderungen dort.

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