Rostock: Zeitreise durch Mediengeschichte mit Buchdruck und verfemter Kunst
Rostock: Zeitreise durch Mediengeschichte mit Buchdruck

Rostock lädt zu Zeitreise durch Norddeutschlands Mediengeschichte ein

Das Kulturhistorische Museum Rostock öffnet seine Türen für drei öffentliche Führungen in dieser Woche, die Besucher auf eine faszinierende Reise durch die Mediengeschichte der Region mitnehmen. Die Veranstaltungen konzentrieren sich auf die jüngst eröffnete Sonderausstellung „Druck. Macht. Wissen. 550 Jahre Buchdruck in Rostock“, die einen umfassenden Blick auf die Entwicklung des Buchdrucks von seinen Anfängen bis zur Gegenwart bietet.

Öffentliche Führungen am Donnerstag und Sonntag

Interessierte sind herzlich eingeladen, am Donnerstag, den 16. April, um 17 Uhr oder am Sonntag, den 19. April, um 11 Uhr an den Führungen teilzunehmen. Diese bieten eine einzigartige Gelegenheit, die enge Verbindung zwischen Buchdruck, Bildung, Religion, Politik und gesellschaftlichem Wandel zu erkunden. Die Ausstellung spannt einen beeindruckenden Bogen von mittelalterlichen Handschriften über frühe Druckwerkstätten bis hin zur modernen Pressegeschichte.

Von der Handwerker- zur Industriestadt: Rostocks Entwicklung

Am Sonntag, den 19. April, um 12 Uhr findet zudem eine öffentliche Überblickführung durch die umfangreichen Ausstellungen des Museums statt. Unter der Leitung von Museumsdirektor Dr. Steffen Stuth können Besucher die Geschichte der Hansestadt Rostock von 1200 bis 1850 entdecken. Die Schau „Rostock. 1200 bis 1850“ beleuchtet zentrale Aspekte des Lebens, Wohnens und Glaubens der Bevölkerung und zeigt, wie sich die Stadt von einer Handwerker- zu einer Industriestadt entwickelte.

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Spannende Exponate veranschaulichen politische Kämpfe, kulturelle Umbrüche und den Alltag der Bürger. Besondere Höhepunkte der Führung sind die sakrale Kunst des Mittelalters, darunter der ehemalige Hochaltar der St. Johanniskirche aus dem 15. Jahrhundert, sowie das weltweit größte Konvolut der sogenannten „verfemten Kunst“. Diese Werke wurden während der nationalsozialistischen Herrschaft als „entartet“ klassifiziert und aus deutschen Museen beschlagnahmt.

Buchdruck als kultureller Motor in Norddeutschland

Die Ausstellung verdeutlicht, wie Rostock im 15. Jahrhundert zu einem frühen Zentrum des Buchdrucks in Norddeutschland aufstieg und im 16. Jahrhundert seine Blüte als wichtigster Druckort Mecklenburgs erlebte. Diese historische Entwicklung unterstreicht die Bedeutung der Stadt als kultureller und intellektueller Knotenpunkt in der Region. Das Museum beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen zur Stadtgeschichte und bietet tiefe Einblicke in die Kunst und Kultur des Nordens.

Die Führungen bieten somit nicht nur eine Reise durch die Mediengeschichte, sondern auch eine umfassende Darstellung der sozialen und kulturellen Transformationen, die Rostock über die Jahrhunderte geprägt haben. Besucher können erwarten, ein lebendiges Bild der Vergangenheit zu erhalten, das durch sorgfältig kuratierte Exponate und fachkundige Erklärungen bereichert wird.

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