Vom Hoftitel zum Welterbe: Schweriner Ausstellung enthüllt Geschichte der Hoflieferanten
Schweriner Ausstellung zeigt Geschichte der Hoflieferanten

Vom Hoftitel zum Welterbe: Schweriner Ausstellung enthüllt Geschichte der Hoflieferanten

Seit Mittwoch, dem 25. Februar, präsentiert das Kulturforum Schleswig-Holstein-Haus in Schwerin eine faszinierende Sonderausstellung, die sich dem bedeutenden Erbe der Hoflieferanten widmet. Bereits zur Eröffnung herrschte großer Besucherandrang, was das große Interesse an diesem bisher wenig beleuchteten Kapitel der Stadtgeschichte unterstreicht.

Drei historische Häuser im Mittelpunkt

Im Zentrum der Ausstellung stehen drei bekannte Schweriner Geschäftshäuser, die durch die Aufnahme des Schweriner Residenzensembles in die Unesco-Welterbeliste vor knapp zwei Jahren ebenfalls den Rang von Welterbestätten erlangt haben. „Stellvertretend für die Hoflieferanten haben wir Weinhaus Uhle, Weinhaus Wöhler und Konditor Krefft – heute das Café Prag ausgewählt“, erklärt Kurator Dr. Jakob Schwichtenberg. „Unser Blick richtet sich dabei nicht nur auf die Produkte oder prestigeträchtigen Titel, sondern vor allem auf die gebaute Geschichte dieser Häuser.“

Die detaillierte Aufarbeitung dieser Geschichte wird durch eine außergewöhnlich gute Überlieferung ermöglicht. „Wir haben das Glück, dass wir noch auf fast alle alten Akten Zugriff haben. Es ist kaum etwas vernichtet worden. Der gesamte Schriftverkehr ist noch einsehbar – ein unglaublicher Schatz für die Stadtgeschichte“, betont Schwichtenberg.

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Seltene Objekte und historische Einblicke

Die Ausstellung verteilt sich auf drei Räume und präsentiert eine beeindruckende Sammlung seltener Objekte:

  • Silberobjekte von Hofjuwelieren
  • Produkte und Portraits der mehrfach ausgezeichneten Familie Krille
  • Ausstattungsstücke von Hofkellermeister Wöhler
  • Das vermutlich einzig erhaltene Hoflieferanten-Wappen zur Außenwerbung
  • Teile des Nachlasses des Hofkonservators Carl Knuth

Besonders eindrucksvoll sind die historischen Fahnen, die jeweils für ein Handwerk standen. „Zu sehen ist zum Beispiel eine von insgesamt drei erhalten gebliebenen Fahnen. Sie wurden auf Seide gemalt und mit Widmungen versehen“, erläutert der Kurator. Allerdings sei ihr Zustand kritisch: „Der ist leider von mies bis ganz mies.“ Aktuell werden daher Spenden für die dringend notwendige Restaurierung gesammelt.

Von der höfischen Vergangenheit in die Gegenwart

Die vorgestellten Unternehmen zeigen nur einen kleinen Ausschnitt der einst großen Zahl ausgezeichneter Betriebe in Schwerin. „Wir würden uns freuen, wenn Besucherinnen und Besucher mit ihrem Wissen dazu beitragen, bestehende Lücken in den Firmengeschichten zu schließen“, fügt Jakob Schwichtenberg hinzu.

Die Ausstellung schlägt eine Brücke von der höfischen Vergangenheit in die Gegenwart und macht deutlich, dass hinter jedem Wappen nicht nur Glanz, sondern auch handfeste Geschichte steckt. Die restaurierten Fahnen könnten langfristig eine zentrale Rolle spielen: „Sie würden perfekt in eine Dauerausstellung im neu geplanten Stadtgeschichtsmuseum passen.“

Die Sonderausstellung „Bekrönte Händler“ ist noch bis zum 12. April im Schleswig-Holstein-Haus in der Puschkinstraße 12 zu sehen und bietet einen einzigartigen Einblick in ein bedeutendes Kapitel der Schweriner Stadtgeschichte.

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