Singspiel überzeugt mit Humor, aber weniger politischer Schärfe
Das Singspiel von Richard Oehmann und Stefan Betz hat mehr Lacher und freudige Reaktionen ausgelöst als die zuvor gehörte Fastenpredigt von Bruder Barnabas, dargestellt von Stephan Zinner. Die Macher hatten im Vorfeld angekündigt, dass sich das Stück in einem magischen Dreieck zwischen Alchemie, schwarzer Magie und Fleckenentfernung bewegen würde, und diese Beschreibung traf durchaus zu.
Magisch, postapokalyptisch und heldenhaft
Das Singspiel präsentierte sich als schmissiges, fetziges und lebhaftes Spektakel, das zwar nicht überaus bissig war, aber dennoch unterhaltsam. Trotz einiger Längen im Ablauf erhielt es mehr Lacher und sogar einige freudige Johler und Juchzer vom Publikum. Die Darsteller, darunter David Zimmerschied als Friedrich Merz und Nikola Norgauer als Bärbel Bas, trugen zur lebendigen Atmosphäre bei.
Kommunalwahl spielt kaum eine Rolle
Auffällig war, dass die am Sonntag anstehende Kommunalwahl, die draußen vor der Tür flächendeckend plakatiert war, fast keine Rolle im Stück spielte. Aus Münchner Sicht war dies ein wenig schade, da über diverse Kandidaten wie einen FC-Bayern-Aufsichtsrat, Patrizia Riekel oder Michi Graeter durchaus humorvolle Anspielungen möglich gewesen wären. Bis auf den amtierenden Oberbürgermeister kam jedoch kein Münchner im Stück vor, sodass es beinahe auch in Städten wie Bamberg, Schweinfurt oder Augsburg hätte spielen können, so gering war der München-Bezug.
Stattdessen wurden Orte wie Brilon, Duisburg und Berlin thematisiert. Im großen Ganzen standen jedoch übergeordnete Themen im Vordergrund, was angesichts der aktuellen Weltenlage nicht verwunderlich ist. Sogar Barde Söder musste in diesem Kontext ausnahmsweise die zweite Geige spielen, obwohl er selbstironisch anmerkte, dass er alles viel besser könnte als Ritter Friederich von der traurigen Gestalt.
Fazit zur Unterhaltung und politischen Tiefe
Insgesamt bot das Singspiel eine gelungene Mischung aus magischen, postapokalyptischen und heldenhaften Elementen, die das Publikum zum Lachen und Jubeln brachte. In puncto politischer Schärfe und lokalem Bezug blieb es jedoch hinter den Erwartungen zurück, was insbesondere im Hinblick auf die anstehende Kommunalwahl auffiel. Dennoch war es alles andere als fad und sorgte für einen unterhaltsamen Abend mit lebhaften Momenten und humorvollen Einlagen.



