Tatort Frankfurt: Tödlicher Hochhausbrand wirft Jahre später noch Fragen auf
Ein verheerender Hochhausbrand in Frankfurt mit dreizehn Todesopfern, ungeklärte Umstände und eine verzweifelte Tochter, die Gerechtigkeit für ihre verstorbene Mutter sucht – so beginnt der neue Frankfurter Tatort mit dem Titel „Fackel“. Die Kommissare Hamza Kulina, gespielt von Edin Hasanovic, und Maryam Azadi, dargestellt von Melika Foroutan, finden sich mitten in einem Cold Case wieder, der längst nicht abgeschlossen ist.
Ein Hoffen auf Aufklärung und Gerechtigkeit
Jahre nach der Tragödie in einem Frankfurter Wohnturm mit Sozialwohnungen herrscht bei den Angehörigen noch immer Unsicherheit und Schweigen. Alima Adak, die ihre Mutter bei dem Brand verloren hat, wendet sich an ihren Ex-Freund, Ermittler Hamza Kulina, als ein Untersuchungsausschuss ergebnislos zu enden droht. Die Hoffnung der Hinterbliebenen auf Klarheit und Gerechtigkeit treibt die Ermittlungen voran.
Ungelöste Rätsel und gefährliche Gegenspieler
Die Ermittler stoßen auf zahlreiche Ungereimtheiten: Warum konnten sich die Flammen so rasch ausbreiten? Lag es an billigem Dämmmaterial? Beging der Mitarbeiter der Prüfstelle, der das Material untersuchte, tatsächlich Monate später Suizid? Wurden bei den damaligen Ermittlungen Fehler gemacht? Und welche Rolle spielt der Chef des Baustoffkonzerns? Je tiefer Kulina und Azadi in den Fall eintauchen, desto mysteriöser und bedrohlicher wird die Situation. Sie geraten selbst ins Visier mächtiger Gegenspieler, die die Aufklärung um jeden Preis verhindern wollen.
Persönliche Verbindungen und dramatische Wendungen
Für Kommissar Kulina hat der Fall eine besondere persönliche Dimension durch seine Verbindung zu den Hinterbliebenen. Regisseur Rick Ostermann und die Drehbuchautoren Sebastian Heeg und Tom Schilling haben eine spannende und sehenswerte Folge geschaffen, die in einem hochdramatischen Finale gipfelt. Die Frage, ob dieses Ende notwendig war, bleibt Geschmackssache.
Inspiration durch reale Ereignisse
Die Macher des Films betonen, dass sich „Fackel“ lose an reale Ereignisse anlehnt, konkret an den Brand im Londoner Grenfell Tower. Regisseur Ostermann erklärt: „Uns ging es nicht um eine direkte Nacherzählung, sondern um die emotionalen und gesellschaftlichen Dimensionen solcher Katastrophen.“ Themen wie Verantwortung, Versäumnisse und die Folgen für Betroffene stehen im Mittelpunkt, während Handlung und Figuren fiktional bleiben.
Erfolgreiches Frankfurter Tatort-Team
„Fackel“ ist bereits der dritte Fall des noch jungen Frankfurter Tatort-Teams, das seit Herbst 2025 im Einsatz ist. Das Duo aus der iranischstämmigen Kommissarin Maryam Azadi und dem in Bosnien geborenen Ermittler Hamza Kulina hat sich auf Cold Cases spezialisiert. Ihr erster Fall „Dunkelheit“ wurde kürzlich mit dem Grimme-Preis in der Kategorie „Fiktion“ ausgezeichnet. Das vertraute Zusammenspiel der Schauspieler Foroutan und Hasanovic, die sich seit Jahren kennen, trägt maßgeblich zum Erfolg bei.



