Glanzvoller Theaterball in Neustrelitz: 250 Jahre TOG mit Walzer, Prominenz und Förderpreis gefeiert
Das Landestheater Neustrelitz verwandelte sich am Samstagabend in einen pompösen Ballsaal voller Glitzer und Glamour. Doch nicht nur die opulente Ausstattung beeindruckte die Anwesenden. Die 310 Besucher, die zum Theaterball gekommen waren, hatten sich festlich gekleidet, um gemeinsam mit Schauspielern und Sängern das 250-jährige Bestehen der Theater- und Orchestergesellschaft (TOG) zu würdigen.
Wienerwalzer und prominente Gäste begeistern das Publikum
Damen in rauschenden Ballkleidern, teilweise mit Reifröcken verziert, und Herren in eleganten Smokings schwebten im Wienerwalzerschritt über die Tanzfläche des Theaters. Das "Who is Who" aus Politik, Kultur und Wirtschaft von Neustrelitz tanzte bis in die späte Nacht hinein, musikalisch begleitet von der Neubrandenburger Philharmonie.
Prominenter Besuch war ebenfalls anwesend: Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), eine bekannte Theaterliebhaberin, besuchte den Ball nach sieben Jahren wieder gemeinsam mit ihrem Mann Stefan Schwesig. In einem goldenen Pailetten-Glitzerkleid stach sie aus der Menge hervor und wurde von ihrem Mann auf die Tanzfläche geführt.
Theater als kulturelle Substanz und Leuchtturm der Region
Bevor die Gäste die Tanzfläche eroberten, wurden zunächst die Leistungen der Ensembles gewürdigt. Intendant Sven Müller und Marcus Zabel, Leiter der Deutschen Tanzkompanie, erinnerten an die historische Bedeutung des Kulturhauses. Seit 250 Jahren sei es ein Ort der Diskussion und Reflexion, an dem Demokratie gelebt werde. "100.000 Menschen werden live pro Jahr erreicht", betonte Müller.
Das Motto des Abends "im Rausch der Zeiten" trug zur Entschleunigung bei. Das Theater fungiere als verbindendes Element in einer sich rasant verändernden Gesellschaft, so der Intendant. Marco Zabel bezeichnete es als kulturelle Substanz und als Leuchtturm der Region.
Finanzierung durch Theaterpakt bis 2028 gesichert
Zabel sprach auch die Herausforderungen des vergangenen Jahres an, als die TOG mit ihren Sparten Musiktheater, Schauspiel und Konzert um ihre Zukunft bangte. Nun ist die Finanzierung bis zum Jahr 2028 durch den neuen Theaterpakt gesichert, ebenso wie die der Deutschen Tanzkompanie. Dadurch können im Marstall bald neue Proberäume für die Künstler entstehen.
Eindrucksvolle Darbietungen und besondere Momente
Der kulturelle Abend wurde von überwältigenden Tanz- und Gesangsdarbietungen geprägt. Die Wiener Sopranistin Laura Scherwitzl füllte den Theatersaal mit ihrer glockenhellen Stimme und begeisterte mit Liedern wie "Wien, du Stadt meiner Träume". Besucherin Cornelia Kästner schwärmte: "Sie ist wunderschön anzusehen."
Das Operetten-Lied "Berliner Luft" im Marschrhythmus animierte die Zuschauer, das Tanzbein zu schwingen, sodass es auf der Tanzfläche bald eng wurde. Trotz der vielen Opernhäuser in Berlin besuchten Grit Petzold und ihr Mann den Ball in Neustrelitz: "Wir mögen kleine Opernhäuser und fahren dazu auch manchmal nach Stettin (Polen)", erklärten sie.
Josefin Ristau erhält den Neustrelitzer Theaterförderpreis 2026
Ein besonderes Highlight des Abends war die Vergabe des Neustrelitzer Theaterpreises 2026. Josefin Ristau, eine Schauspielerin von Format und überzeugte Verfechterin des Ensemblegedankens, wurde für ihr außergewöhnliches Engagement ausgezeichnet. Sie erhielt einen Guss der Plastik "Verbeugung" des Bildhauers Uwe Maroske.
Karriere von Josefin Ristau:
- Geboren in Neubrandenburg, früh begeistert für Tanz und Theater.
- Studium in Hamburg in Schauspiel, Tanz und Gesang.
- Von 2013 bis 2016 Ensemblemitglied am Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin.
- 2015 erhielt sie den "Conrad-Ekhof-Preis" für ihre Rolle in "Winter.Reise".
- Seit der Spielzeit 2016/17 festes Mitglied des Schauspiels der TOG Neubrandenburg/Neustrelitz.
- Aktuell wird sie als Maria Tura im Stück "Sein oder Nichtsein" gefeiert.
Nach den Tanzeinlagen stärkten sich die Gäste am üppigen Buffett, bevor sie erneut die Tanzfläche stürmten. Ilka Boldt, deren Mutter für das Theater arbeitete, fühlte sich an ihren Hochzeitstanz erinnert und genoss den Abend mit Freundinnen. Bianka Peters, die seit 18 Jahren nicht mehr im Theater war, freute sich über den Besuch: "Es ist schön, seit langem mal wieder hier zu sein."
Der Theaterball in Neustrelitz bot somit eine gelungene Mischung aus festlicher Atmosphäre, kulturellen Höhepunkten und persönlichen Ehrungen, die das 250-jährige Jubiläum der TOG würdig feierte.



