Die einflussreiche österreichische Aktionskünstlerin Valie Export ist tot. Die für ihre feministischen und provokativen Projekte bekannte Künstlerin starb am Donnerstag in Wien im Alter von 85 Jahren, wie die Valie Export Stiftung mitteilte.
Leben und Werk einer Pionierin
Valie Export, die mit bürgerlichem Namen Waltraud Stockinger hieß, wurde 1940 in Linz geboren. Ihr künstlerisches Schaffen umfasst nicht nur Performance, sondern auch Film, Fotografie und Medienkunst. Berühmt wurde sie unter anderem durch ihre Aktion „Genitalpanik“, bei der sie 1969 mit einer aufgeschnittenen Hose während eines Filmfestivals in München in einen Kinosaal spazierte und ihr Schamhaar präsentierte. Diese Aktion sorgte damals für großes Aufsehen.
„Kunst muss aggressiv sein“
Ihr Motto lautete: „Kunst muss aggressiv sein.“ Bereits 1968 erregte sie großes Aufsehen, als sie sich ihr „Tapp und Tastkino“ vor die nackte Brust schnürte. 33 Sekunden lang konnten Passanten in der Wiener Innenstadt durch einen kleinen Vorhang in den Kasten greifen und ihren entblößten Oberkörper ertasten. Diese Performance war ein radikaler Akt der Konfrontation mit dem weiblichen Körper und seiner gesellschaftlichen Wahrnehmung.
Kritische Auseinandersetzung mit dem weiblichen Körper
Im Mittelpunkt ihres Werkes stand stets die kritische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Wahrnehmung und Normierung des weiblichen Körpers, wie die Stiftung mitteilte. „Dabei nimmt sie unerschrocken und kompromisslos intime, tabuisierte oder gesellschaftlich verdrängte Inhalte in den Blick“, hieß es in der Würdigung. Valie Export hinterlässt ein umfangreiches und provokatives Werk, das die Kunstwelt nachhaltig geprägt hat.



