Kulturstaatsminister Weimer bekräftigt Interesse an Erweiterung der Deutschen Nationalbibliothek
Bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Leipziger Buchmesse hat Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) erneut Hoffnungen auf einen lang geplanten Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig geschürt. Der Minister betonte sein politisches Interesse an einer physischen Vergrößerung der Einrichtung und signalisierte Bereitschaft für notwendige Bauarbeiten.
Planungsprozess noch nicht abgeschlossen
Weimer stellte klar, dass das Vorhaben trotz eines aktuellen Moratoriums nicht endgültig gestoppt sei. Eine abschließende Prüfung der Planungsunterlagen durch die Bundesbauverwaltung stehe noch aus, und die langfristige Finanzierung sei bisher nicht gesichert. Bereits in die Planung des Projekts flossen nach offiziellen Angaben etwa sieben Millionen Euro, während die Gesamtbaukosten auf über 100 Millionen Euro geschätzt werden.
Kontroverse um Entscheidungsprozess
Die Nationalbibliothek hatte vergangene Woche mitgeteilt, Weimer habe sich gegen die Realisierung des Erweiterungsbaus entschieden, was vielfache Kritik auslöste. Der geplante Anbau soll langfristig Platz für die Aufbewahrung von Büchern und anderen Medien schaffen – eine Kernaufgabe der Deutschen Nationalbibliothek mit ihren Standorten in Leipzig und Frankfurt am Main.
Digitale Sammlung eröffnet neue Dimensionen
Neben der physischen Erweiterung verwies Weimer auch auf die wachsende Bedeutung digitaler Werke, die neue Dimensionen für die Nationalbibliothek eröffnen. Die Sammlung und Archivierung digitaler Medien gewinnt zunehmend an Relevanz für die kulturelle Überlieferung.
Kulturszene zeigt gemischte Reaktionen
Die Veranstaltung mit dem Kulturstaatsminister in der Nationalbibliothek verlief ruhig, während Weimer am Abend zuvor bei der Eröffnung der Leipziger Buchmesse von Teilen des Publikums ausgebuht worden war. Anhaltender Widerspruch aus der Kulturszene resultiert auch aus seiner Entscheidung, drei linke Buchläden von der Nominierungsliste für den Deutschen Buchhandlungspreis zu streichen.
Die Zukunft des Erweiterungsbaus bleibt somit weiterhin ungewiss, während die Diskussion über die angemessene Ausstattung nationaler Kultureinrichtungen andauert.



