ZDF-Krimi "Ostfriesentotenstille": Teufelsmasken-Rächer stellt moralische Grundfrage
ZDF-Krimi: Teufelsmasken-Rächer stellt moralische Frage

ZDF-Krimi "Ostfriesentotenstille": Teufelsmasken-Rächer stellt moralische Grundfrage

Ein angesehener Arzt aus Aurich verwandelt sich nachts in einen selbsternannten Rächer, der in einer gruseligen Teufelsmaske auftritt und Opfern von Gewaltverbrechen Gerechtigkeit bringen will. Die neueste Verfilmung der erfolgreichen "Ostfrieslandkrimi"-Romanreihe von Bestsellerautor Klaus-Peter Wolf im ZDF stellt dabei eine tiefgreifende moralische Frage in den Mittelpunkt: Wer hat eigentlich das Leben verdient?

Der Auftakt eines Rachefeldzugs

Die Folge "Ostfriesentotenstille", die am Samstag, den 28. März um 20.15 Uhr im ZDF und bereits im ZDF-Streamingportal zu sehen ist, beginnt mit einem verstörenden Bild: Ein Mann in Teufelsmaske schneidet einem alkoholisierten Familienvater den Daumen ab, während er ihm eine Moralpredigt hält und ihn warnt, seine Familie besser zu behandeln. Der Verletzte landet mit 2,9 Promille in der Psychiatrie, wo Ärzte die Tat zunächst für eine Halluzination halten.

Doch Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen, gespielt von Picco von Groote, glaubt dem Verletzten nicht. Mit ihrem scharfen Ermittlerinstinkt erkennt sie: Ein Rechtshänder kann sich kaum selbst mit links den rechten Daumen abschneiden. Damit beginnt eine komplexe Jagd nach einem Täter, der sich als moderner Robin Hood versteht.

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Der Teufel als selbsternannter Richter

Der Mann in der Teufelsmaske setzt seinen Rachefeldzug fort und ermordet einen Musikagenten, der Frauen erpresst und vergewaltigt hat. Am Tatort hinterlässt er bewusst den Laptop des Opfers mit geöffnetem Browser zu einer Darknet-Pornoseite, auf der Videos der Vergewaltigungsopfer zu finden sind. "Der Täter will, dass wir wissen, wen er getötet hat und warum", schlussfolgert Ermittlungsleiterin Klaasen.

Das Besondere an diesem Thriller: Die Zuschauer erfahren bereits früh die Identität des Teufelsmasken-Trägers. Es handelt sich um Dr. Bernhard Sommerfeldt, gespielt von Sven Schelker, dessen eigene Partnerin Beate Herbst (Sinja Dieks) ebenfalls vom späteren Mordopfer zum Sex gezwungen wurde.

Eine unheilvolle Faszination

Kommissarin Klaasen entwickelt eine beunruhigende Faszination für den charmanten Arzt, der Literaturklassiker zitiert und mit ihr über Serienkiller philosophiert, die "sich den Göttern näher als den Menschen fühlen". Ihr Lebens- und Arbeitspartner Frank Weller (Tom Radisch) beobachtet diese Anziehung mit wachsender Besorgnis, was sogar zum Streit zwischen den Ermittlungspartnern führt.

Nachdem der Teufel den rückfällig gewordenen Alkoholiker tötet, geht Klaasen in die Offensive: Sie bittet einen Journalisten um einen Artikel, der den scheinbaren "Robin Hood" herauslocken soll. Die Reaktion Sommerfeldts lässt nicht lange auf sich warten - er hält den Mörder für "eine spannende Persönlichkeit".

Showdown in Bayern

Die Geschichte ist jedoch längst nicht zu Ende, als die Identität des Täters bekannt wird. Durch die Ermittlungen von Klaasen und Weller bedroht, flieht Sommerfeldt mit einer unerwarteten Mittäterin in seine alte Heimat Bamberg. Dort erfährt er eine schockierende Nachricht, die ihn erneut auf Rachekurs bringt.

Als das ostfriesische Ermittlerteam in Bayern eintrifft, kommt es zum folgenreichen Showdown. In der entscheidenden Konfrontation stellt der Teufel Klaasen die zentrale Frage des Films: "Wer hat das Leben verdient, eine ganz grundsätzliche Frage in dieser Welt, nicht wahr?"

Die Verfilmung basiert auf gleich zwei Romanen von Klaus-Peter Wolf - "Totenstille im Watt" und "Totentanz am Strand" - und verbindet klassische Krimi-Elemente mit tiefgreifenden moralischen Dilemmata. Die Frage nach Recht und Selbstjustiz, nach Schuld und Sühne zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Handlung und lässt die Zuschauer bis zum letzten Moment im Ungewissen über den Ausgang.

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