Deutscher Verlag zieht Chomsky-Bücher wegen Epstein-Kontakten aus dem Programm
Verlag zieht Chomsky-Bücher wegen Epstein zurück

Deutscher Verlag distanziert sich von Noam Chomsky wegen Epstein-Verbindungen

Der kleine linke Verlag Unrast aus Münster in Westfalen hat eine klare Entscheidung getroffen: Ab dem kommenden Montag werden alle Bücher des berühmten Linguisten und Gesellschaftskritikers Noam Chomsky aus dem Vertrieb genommen. Diese Maßnahme erfolgt explizit aufgrund der nachgewiesenen Nähe Chomskys zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.

Die Epstein-Verbindung und ihre Konsequenzen

Durch die vom US-Justizministerium veröffentlichten Epstein-Dokumente wurde offengelegt, dass der 97-jährige Noam Chomsky auch nach Epsteins Verurteilung wegen der Anstiftung zur Prostitution einer Minderjährigen im Jahr 2008 weiterhin Kontakt zu ihm pflegte. Mindestens bis ins Jahr 2017 hielten die Verbindungen an. In den freigegebenen E-Mails äußerte sich Chomsky unter anderem kritisch über die Behandlung Epsteins und riet ihm, die "hysterischen Anschuldigungen" einfach auszusitzen.

Diese Enthüllungen haben nun direkte Auswirkungen auf den deutschen Buchmarkt. Während Chomskys Werke in Deutschland auch bei großen Verlagen wie Suhrkamp, Piper, Ullstein oder Westend erscheinen, zieht der Unrast-Verlag als erster deutscher Verlag Konsequenzen. Der Verlag hatte in der Vergangenheit politische Schriften Chomskys veröffentlicht, darunter Titel wie:

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  • "Die Klimakrise und der Global Green New Deal"
  • "Zuversicht in Zeiten des Zerfalls"
  • "Der Terrorismus der westlichen Welt"
  • "Brennpunkt Palästina"

Begründung des Verlags: Eine Frage der Glaubwürdigkeit

In einer offiziellen Pressemitteilung begründet der Unrast-Verlag seinen Schritt deutlich: "Als linker Verlag, der sich für eine gerechte Welt und gegen Frauenhass und patriarchale Gewalt einsetzt, ist Chomsky für uns als Autor nicht mehr tragbar." Der Verlag betont, dass er weder Täter noch deren Unterstützer schützen, ihnen eine Plattform bieten oder ihnen Einkommen ermöglichen wolle. Stattdessen spricht er den Opfern patriarchaler Gewalt seine uneingeschränkte Solidarität und Unterstützung zu.

Diese Entscheidung fällt in eine Zeit, in der die Epstein-Affäre weiterhin weltweit für Schlagzeilen sorgt. Erst kürzlich trat der Chef des Weltwirtschaftsforums, Børge Brende, wegen seiner Verbindungen zu Jeffrey Epstein zurück. Auch der ehemalige US-Finanzminister Larry Summers gab seine Position an der Harvard-Universität aus demselben Grund auf. Die Veröffentlichung der Epstein-Dokumente hat somit nicht nur persönliche, sondern auch berufliche Konsequenzen für zahlreiche prominente Persönlichkeiten.

Chomskys Rolle und die Reaktionen

Noam Chomsky gilt seit Jahrzehnten als einer der einflussreichsten Intellektuellen der Linken und als scharfer Kritiker der US-Außenpolitik. Seine linguistischen Theorien haben die Wissenschaft nachhaltig geprägt, während seine politischen Schriften weltweit diskutiert werden. Die nun bekannt gewordenen Epstein-Kontakte werfen jedoch ein neues Licht auf seine Person und stellen seine Glaubwürdigkeit als moralische Instanz infrage.

Der Unrast-Verlag setzt mit seiner Entscheidung ein deutliches Zeichen und positioniert sich klar gegen jede Form der Verharmlosung oder Unterstützung von Sexualstraftätern. Ob weitere Verlage diesem Beispiel folgen werden, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass die Epstein-Affäre auch in Deutschland weiterhin Wellen schlägt und die Debatte über Verantwortung, Moral und die Rolle von Intellektuellen in der Gesellschaft neu entfacht.

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