Historischer Münzschatz aus Leipzig nun in Halle
Münzschatz aus Leipzig in Halle

Spektakuläre Neuheit am Landesmünzkabinett von Sachsen-Anhalt: Im Kunstmuseum in der Moritzburg in Halle gibt es schon bald einen Münzschatz zu bestaunen, der bis in die Antike zurückreicht. Die Sammlung, die über Jahrzehnte hinweg von dem Leipziger Lehrer und leidenschaftlichen Sammler Friedrich Mann (1894–1993) zusammengetragen wurde, ist nun Teil der Dauerausstellung.

Ein Schatz aus dem Schrebergarten

Friedrich Mann begann in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit dem Sammeln von Münzen. Während der zunehmenden Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg vergrub er seine wertvolle Sammlung in seinem Leipziger Schrebergarten, um sie vor Zerstörung zu schützen. Das Versteck blieb streng geheim: „Nur er wusste, wo sich der Schatz befand“, erklärte Ulf Dräger, Leiter des Landesmünzkabinetts Sachsen-Anhalt im Kunstmuseum Moritzburg Halle.

Bergung und Lagerung nach dem Krieg

Nach Kriegsende holte Mann die Sammlung unversehrt aus dem Versteck und brachte sie an seinen neuen Wohnort in Frankfurt am Main. Dort lagerte er die Münzen jahrzehntelang in einem Bankschließfach. Nach Manns Tod im Jahr 1993 ging der Schatz an seine Tochter über. Im Herbst des vergangenen Jahres wandte sie sich schließlich an das Landesmünzkabinett und bot die Sammlung als Schenkung an.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Einzigartige Münzen aus verschiedenen Epochen

Die Sammlung umfasst insgesamt 45 Münzen und Medaillen aus unterschiedlichen Epochen – von der Antike über das Mittelalter bis hin zur Neuzeit. Besonders die Qualität der Stücke überraschte selbst die Experten. „Als ich die Stücke zum ersten Mal sah, stockte mir der Atem. Eine derartige Qualität hatte ich nicht erwartet“, so Dräger. Viele der Exemplare wirken wie nahezu frisch geprägt.

Antike Goldmünzen als Höhepunkte

Zu den wertvollsten Stücken gehören mehrere antike Goldmünzen. Darunter ist eine persische Gold-Dareike aus der Zeit zwischen 400 und 330 vor Christus. Laut Dräger ist sie nun die älteste Münze der Sammlung der Moritzburg und zudem äußerst selten. Der sogenannte Dareikos wurde unter König Dareios I. eingeführt und entwickelte sich zur wichtigsten Goldmünze des Perserreichs sowie zu einer bedeutenden Leitwährung im östlichen Mittelmeerraum.

Von besonderem historischem Wert ist außerdem ein goldener Stater des thrakischen Herrschers Lysimachos (305–281 v. Chr.). Die Münze entstand vermutlich zwischen 150 und 140 vor Christus in Byzantion, dem heutigen Istanbul, als posthume Prägung. Dräger hält es für möglich, dass das Stück ursprünglich aus dem 1908 entdeckten Schatzfund von Zooapse am Schwarzen Meer stammt. Zwischen 1910 und 1920 seien etwa 30 bis 50 Exemplare dieses Typs auf Auktionen verkauft worden.

Wissenschaftliche Prüfung und zukünftige Ausstellung

Vor der offiziellen Übernahme ließ das Landesmünzkabinett die komplette Sammlung wissenschaftlich untersuchen und auf ihre Echtheit prüfen. Ab 2027 soll der Münzschatz nun Teil der Dauerausstellung werden. Warum der Schatz nach Halle ging? „Eine alte Verbundenheit mit der Stadt. Die Frau hatte in Halle studiert“, so Dräger.

Das Landesmünzkabinett Sachsen-Anhalt

Das Landesmünzkabinett in Halle besteht seit 1950 und zählt heute zu den wichtigsten numismatischen Sammlungen Deutschlands. Dort werden rund 50.000 Münzen und Medaillen sowie etwa 60.000 Geldscheine aufbewahrt. Die neue Schenkung bereichert die Sammlung um wertvolle Stücke, die nun der Öffentlichkeit zugänglich sind.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration