Zwölfjährige Cellistin erobert die Weltbühnen
Als Kleinkind imitierte Charlotte noch mit einer rosa Plastikgitarre und einem Lineal das Cellospielen. Heute, mit zwölf Jahren, steht die professionelle Musikerin auf den renommiertesten Konzertpodien der Welt – von der Hamburger Elbphilharmonie bis zur legendären Carnegie Hall in New York.
Frühe Leidenschaft für das Cello
„Das Cello war schon immer mein Lieblingsinstrument“, erklärt Charlotte. „Es hat für mich den schönsten Klang der Welt.“ Bereits mit dreieinhalb Jahren besuchte sie mit ihrer sängerischen Mutter klassische Konzerte. Eine prägende Erinnerung: Während einer Opernpause sagte sie zu einem Cellisten: „Das spiele ich auch bald.“ Kurz darauf begann der Unterricht mit einem winzigen Instrument.
Professioneller Alltag einer Nachwuchsmusikerin
Charlotte verbringt täglich viele Stunden mit Üben. Nach Schule und Hausaufgaben setzt sie sich bis zum Abendessen ans Cello, danach übt sie weiter bis zur Bettzeit. „Beim Cellospielen vergesse ich alles um mich herum“, beschreibt sie ihre Konzentration. Das Instrument gibt ihr Energie, und oft möchte sie gar nicht aufhören.
Ihr aktuelles Cello ist eine Zwischengröße, denn vollwertige Instrumente für Erwachsene kosten oft mehrere Zehntausend Euro. Wie viele Profimusiker besitzt Charlotte ihr Cello nicht selbst, sondern leiht es von Stiftungen oder wohlhabenden Förderern.
Musikalische Hochbegabung und Ausbildung
Mit ihrem absoluten Gehör – sie erkennt Töne ohne Noten – wurde Charlotte mit acht Jahren in die Frühförderung für musikalisch Hochbegabte an der Musikhochschule Hannover aufgenommen. Ein Jahr später begann sie als Jungstudentin an der Universität der Künste Berlin, wo ihre Kommilitonen mindestens zehn Jahre älter sind. „Alle behandeln mich auf Augenhöhe“, betont sie.
Mindestens wöchentlich reist sie zum Unterricht nach Berlin. Die Technik des Cellospiels beschreibt sie als komplex: „Je nachdem auf welcher Höhe meine Finger auf der Saite liegen, ertönt ein anderer Ton. Man muss lange üben, bis man die exakte Tonhöhe trifft.“
Konzertleben zwischen Schule und Weltreisen
Charlotte spielt regelmäßig Konzerte in ganz Deutschland und international. Zu ihren Glücksbringen auf Reisen gehören ein Schaf mit Kleeblatt, ein Stoff-Panda und manchmal ihr Teddy. Ihre Mutter begleitet und organisiert alle Termine.
Auf der Bühne trägt sie Kleider, glitzernden Haarschmuck und ein Glücksarmband, spielt auswendig und bleibt meist gelassen: „Wenn ich gut vorbereitet bin, kann nichts passieren.“ Ihr Auftritt in der Carnegie Hall war ein besonderes Erlebnis – erst nach dem Konzert realisierte sie vollständig, wo sie gespielt hatte.
Schulisch muss sie manchmal für Konzerte befreit werden, bereitet sich dann aber besonders gründlich auf Klassenarbeiten vor. In der Schule erzählt sie nur auf Nachfrage von ihrem Musikerleben: „Ich will nicht eingebildet wirken.“ Wettbewerbe liegen ihr weniger, denn sie möchte nicht gegen andere spielen, sondern mit ihnen musizieren.



