Bosse konfrontiert Hass im Netz mit neuer Musik
Der Musiker Axel »Aki« Bosse, 46, hat mit seinem zehnten Studioalbum »Stabile Poesie« einen gesellschaftskritischen Ton angeschlagen. Nachdem er sich auf seinem vorherigen Werk dem Träumen widmete, kehrt er nun in die Realität zurück und macht deutlich »Mund auf«. Bei der Albumvorstellung in Hamburg betonte Bosse, er wolle mit dieser Platte »gesellschaftlicher sein« und aktuelle Themen aufgreifen.
Ein Song wird zur Hymne gegen verbale Gewalt
Bereits vor der vollständigen Veröffentlichung des Albums sorgte der Song »Lass Dich nicht f***« für Aufsehen. Der prägnante Titel allein löste Diskussionen aus. In dem Lied thematisiert Bosse Hasskommentare, denen insbesondere Frauen in sozialen Medien ausgesetzt sind. Er möchte damit allen Mut machen, die im Internet Opfer verbaler Gewalt werden.
In einer kinderfreundlichen Version singt Bosse übrigens »Lass Dich nicht zwicken!«. Der Song entwickelte sich schnell zu einer kleinen Hymne für viele Betroffene, die seitdem ihre Erfahrungen mit Beleidigungen öffentlich machten.
Überraschende und erschreckende Resonanz
Die große Resonanz auf diesen Song hat Bosse vollkommen überrascht. »Das ist sowohl erfreulich als auch sehr erschreckend«, sagte der Musiker. Er sei jedoch glücklich, dem Thema damit eine Bühne und eine Melodie bieten zu können. Seine eigene Welt sei von den Reaktionen überschwemmt worden, da er mit vielen Menschen, die sein Lied nutzten, in Kontakt getreten sei.
»Und ich habe dann ziemlich schnell gemerkt, was für eine erbärmliche Welt das ist, wie krass das ist, wie wenig ich betroffen bin von diesem Hass im Netz und wie das gerade natürlich Frauen so unfassbar betrifft«, reflektierte Bosse die Erfahrungen.
Tanzlieder trotz gesellschaftskritischem Anspruch
Auf den typischen Bosse-Sound zum Tanzen müssen Fans trotz der ernsten Themen nicht verzichten. »Jede Bosse-Platte braucht auf jeden Fall ein Tanzlied. Definitiv«, betonte der Künstler. Auf »Stabile Poesie« finden sich gleich mehrere tanzbare Stücke, die den gesellschaftskritischen Ansatz mit musikalischer Leichtigkeit verbinden.
Das Album zeigt somit eine Bandbreite, die von nachdenklichen Texten bis zu beschwingten Melodien reicht. Bosse gelingt es, wichtige gesellschaftliche Diskurse in ansprechender Musik zu verpacken und damit ein breites Publikum zu erreichen.



