Songwriter-Legende Chip Taylor gestorben: Vom Golfer zum Schöpfer von »Wild Thing«
Chip Taylor gestorben: Schöpfer von »Wild Thing« wird 86

Songwriter-Legende Chip Taylor im Alter von 86 Jahren verstorben

Die Musikwelt trauert um einen ihrer größten Songwriter: Chip Taylor, der als James Wesley Voight 1940 geboren wurde, ist am Montag in einem Hospiz verstorben. Das berichteten US-Medien wie »Variety« und »The Hollywood Reporter« unter Berufung auf Taylors Freund und Songwriting-Partner Billy Vera. Seine Familie bestätigte die traurige Nachricht auf Facebook. Taylor wurde 86 Jahre alt.

Vom Profigolfer zum Welthit-Komponisten

Ursprünglich wollte Chip Taylor in die Fußstapfen seines Vaters treten und professioneller Golfspieler werden. Stattdessen schlug er eine musikalische Karriere ein, die ihn zu einem der einflussreichsten Songwriter seiner Generation machte. Unter dem Pseudonym Chip Taylor schrieb er zeitlose Klassiker, die Musikgeschichte schrieben.

Seine Brüder wurden ebenfalls bekannt: Barry Voight als Geologe und Jon Voight als Oscar-prämierter Filmschauspieler (»Coming Home«), der auch als »Hollywood-Botschafter« für den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump fungierte und Vater von Angelina Jolie ist. Damit war Chip Taylor der Onkel der Hollywood-Ikone.

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»Wild Thing«: Ein Hit in Minuten geschrieben

Seinen größten Erfolg schrieb Taylor buchstäblich in wenigen Minuten. Der sexuell aufgeladene, einfache Rock'n'Roll-Song »Wild Thing« entstand ursprünglich 1965 für die New Yorker Band The Wild Ones. Doch zum weltweiten Hit wurde er erst in der Version der englischen Rockband The Troggs, die sich am 30. Juli 1966 über ihren ersten Nummer-eins-Hit in den Billboard Hot 100 freuen konnten.

Die besondere Anziehungskraft des Songs liegt gerade in seiner schlichten Einfachheit. »Dass man das ›Wild Thing‹ auch irgendwie anhört, ist Teil seines Charmes«, wie Musikkenner oft betonen. Die ikonische Version von Jimi Hendrix beim Monterey Pop Festival 1967, bei der der Gitarrist sein Instrument in Brand setzte, machte den Song endgültig unsterblich.

Vielfältige Coverversionen und weiterer Erfolg

»Wild Thing« erlebte zahlreiche weitere Interpretationen:

  • Die US-Punkband X
  • Die deutsche Crossover-Gruppe Mr. Ed Jumps The Gun
  • Humoristische deutsche Versionen von Frank Zander (»Erna«), Otto Waalkes (»Wild Zink«) und Torfrock (»Wildsau«)

Für die Troggs schrieb Taylor noch einen weiteren Hit: »Any Way That You Want Me«. Auch die britische Band Hollies interpretierte mehrere seiner Kompositionen wie »I Can't Let Go« oder »The Baby«.

»Angel of the Morning«: Ein zeitloser Klassiker

Eine besonders lange Karriere hatte ein anderer Taylor-Song: »Angel of the Morning«. Erstmals 1967 von der US-Sängerin Evie Sands aufgenommen, kam der Titel ein Jahr später in der Version von Merrilee Rush in die US-Charts. In Deutschland platzierte sich erst die Country-Rock-Interpretation von Juice Newton aus dem Jahr 1980.

Den größten kommerziellen Erfolg erzielte jedoch »Angel«, der Nummer-eins-Hit des Reggaesängers Shaggy (mit Rayvon) aus dem Jahr 2001. Dieser Song bediente sich der Akkorde und Melodie von »Angel of the Morning«, wofür Chip Taylor berechtigterweise einen Songwriting-Credit erhielt.

Karriereunterbrechung durch Spielsucht

Chip Taylors musikalische Laufbahn erlebte eine längere Unterbrechung, als er mit Spielsucht zu kämpfen hatte. Statt Songs aufzunehmen, machte er aus seinem Hobby Pferdewetten zeitweise einen Beruf. Erst nachdem er seine Sucht überwunden hatte, kehrte er zur Musik zurück und veröffentlichte einige entspannte Singer-Songwriter-Alben.

Seine musikalischen Wurzeln reichen bis in die späten Fünfzigerjahre zurück, als er unter dem Namen Wes Voight einige Rockabilly-Singles aufnahm. Doch größeren Ruhm erlangte er als Songwriter für andere Interpreten unter seinem Künstlernamen Chip Taylor.

Die Musikwelt verliert mit Chip Taylor einen außergewöhnlichen Talent, dessen einfache, aber eingängige Kompositionen Generationen von Musikfans geprägt haben und weiterhin begeistern werden.

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