Chris Norman im Exklusiv-Interview: Vom Smokie-Frontmann zum Solo-Erfolg mit 'Lifelines'
Chris Norman: Vom Smokie-Frontmann zum Solo-Erfolg

Chris Norman im Exklusiv-Interview: Vom Smokie-Frontmann zum Solo-Erfolg mit 'Lifelines'

Seit fünf Jahrzehnten steht Chris Norman im Rampenlicht – zunächst als Frontmann der britischen Rockband Smokie, später als erfolgreicher Solo-Künstler. Im Exklusiv-Interview erklärt der Musiker die Idee hinter seinem neuen Erfolgsalbum „Lifelines“, berichtet über seinen Weg von der Bandgründung bis zur Solokarriere und verrät Details zur bevorstehenden großen Hallen-Tournee durch Deutschland.

Ein Rückblick auf fünf Jahrzehnte Musikgeschichte

Vor rund 50 Jahren feierte Chris Norman mit Smokie seinen ersten Erfolg in Deutschland mit dem Song „If You Think You Know How to Love Me“. „Das war echt großartig!“, erinnert sich Norman. „Wir waren als Band schon mehr als ein Jahrzehnt unterwegs. Der Erfolg ließ lange auf sich warten, aber am Ende gehört zum Erfolg neben Talent, Zielstrebigkeit und Fleiß immer ein gewisses Maß an Glück dazu. Genau das hatten wir damals!“

Mit seinem neuen Studio-Album „Lifelines“ ist dem Musiker nun ein besonderer Coup gelungen: Das Album stieg auf Platz 6 der Media Control-Charts ein – die bisher höchste Platzierung seiner vier Jahrzehnte währenden Solo-Karriere. „Das ist Wahnsinn!“, freut sich Norman. „Ich möchte mich bei allen bedanken, die das Album gekauft, heruntergeladen oder gestreamt haben. Nur durch diese Unterstützung wurde der Erfolg möglich.“

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Die Idee hinter „Lifelines“: Eine musikalische Zeitreise

Der Albumtitel „Lifelines“ – auf Deutsch „Lebenslinien“ oder „Lebensanker“ – verrät bereits das Konzept: „Ich durchlebe ja gerade eine besondere Zeit, denn ich bin vor ein paar Monaten 75 geworden“, erklärt Norman. „In meinem Album geht es um die Musik und um die Gefühle, die mich mein ganzes Leben begleitet haben. Musik war immer ein fester Teil meines Lebens.“

Der Künstler begab sich auf eine musikalische Zeitreise: „Ich bin zurück bis in meine Kindheit gegangen, habe ein Jahrzehnt nach dem anderen durchforstet, um Songs zu finden, die mir wirklich etwas bedeuten. Mein Produzent Christian Geller hat geholfen, gemeinsam haben wir den Songs im Studio dann neues Leben eingehaucht.“

Mutige Neuinterpretationen und persönliche Highlights

Besonders mutig war die Neuaufnahme des Beatles-Klassikers „Strawberry Fields Forever“. „Die Beatles waren ein entscheidender Einfluss auf meinem Weg vom Amateur zum Profi-Musiker“, betont Norman. „Ich bin gespannt, wie die neue Fassung bei denjenigen ankommt, die das Original noch gar nicht kennen. Ich denke, sie werden den Song lieben, so wie ich das tue.“

Auf dem Album findet sich auch eine neue Version von „Midnight Lady“ – dem ersten großen Solo-Hit, den Dieter Bohlen für Norman schrieb. „Es ist ja schon sehr lange her, dass ich mit Dieter Bohlen gearbeitet habe“, sagt der Musiker. „Das war im Jahr 1986. Aber ‚Midnight Lady‘ ist ein Song, der zu meinem Leben dazugehört. Deshalb ist er auch auf dem Album gelandet.“

Der Abschied von Smokie und der Weg in die Selbstständigkeit

Die Trennung von Smokie im Jahr 1986 war für Norman ein einschneidendes Erlebnis: „Ich glaube, die Trennung von der Band war eines der größten Risiken, die ich je in meiner Karriere eingegangen bin“, reflektiert er. „Wir waren seit unserer Kindheit zusammen, haben schwere Zeiten und Misserfolge durchgemacht. Plötzlich ohne die Unterstützung und die Kameradschaft von Menschen dazustehen, die man sein ganzes Leben lang kannte, war nervenaufreibend.“

Dennoch bereut er den Schritt nicht: „Ich bin froh, dass ich es getan habe. Denn ich denke, es war für mich der richtige Zeitpunkt dafür, neue Wege als Solo-Künstler zu gehen.“ Heute hat Norman keinen Kontakt mehr zu Smokie: „Ich habe keinen Kontakt mehr, seitdem das letzte Gründungsmitglied ausgestiegen ist. Diese Band ist heute eher eine Art von Tribute-Angelegenheit.“

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Die Veränderungen im Musikgeschäft und persönliche Vermisse

Nach fünf Jahrzehnten im Musikbusiness hat Norman tiefgreifende Veränderungen erlebt: „Ich vermisse die Zeit, als ich angefangen habe“, gesteht er. „Allein in London gab es eine Unmenge an Plattenfirmen – kleine, sehr große und mittelgroße, die alle Künstler unter Vertrag nahmen. Als wir 1968 unseren ersten Plattenvertrag bekamen, war es sehr einfach, den zu bekommen.“

Besonders die früheren Fernsehformate fehlen ihm: „‚Top of the Pops‘ war damals die größte Musikshow im britischen Fernsehen. Da wurdest du nur eingeladen, wenn es deine Platte in die Top 40 geschafft hatte. Und wenn du bei ‚Top of the Pops‘ dabei warst, stieg deine Platte innerhalb einer Woche weiter in die Höhe. Heute sitzt jeder allein vor seinem Streaming-Kanal.“

Die bevorstehende „Lifelines“-Tournee durch Deutschland

Im Oktober 2026 geht Chris Norman mit seiner Band auf große „Lifelines“-Tournee durch die großen Hallen Deutschlands. „Die Tournee heißt ja nicht umsonst ‚Lifelines‘“, verrät der Musiker. „Es werden also viele Songs aus dem neuen Album dabei sein. Aber ganz klar ist auch, dass alle die großen Hits aus meiner Zeit mit Smokie und aus meinen Solo-Jahren auf der Setlist stehen werden. Jeder Fan soll voll auf seine Kosten kommen.“

Ein besonderes Highlight auf dem neuen Album ist die Zusammenarbeit mit seiner Tochter Susan bei „Crying In The Rain“ von den Everly Brothers. „Susans Stimme und meine passen wirklich sehr gut zusammen, wahrscheinlich spielen da die Gene eine gewisse Rolle“, schmunzelt Norman. Allerdings wird seine Tochter nicht auf der Tournee dabei sein: „Darauf hat sie echt keine Lust.“

Die Tournee startet am 8. Oktober in Jena, weitere Termine folgen am 10. Oktober in Magdeburg, am 17. Oktober in Berlin und am 28. Oktober in Hamburg. Für Chris Norman und seine Fans wird es eine ganz besondere musikalische Zeitreise.