David Gilmour wird 80: Pink Floyds Gitarrenlegende blickt zurück und nach vorn
David Gilmour wird 80: Pink Floyds Gitarrenlegende

David Gilmour wird 80: Eine Legende zwischen Vergangenheit und Zukunft

Wenn David Gilmour die Saiten seiner Gitarre zum Klingen bringt, entsteht ein unverwechselbarer Sound, der Generationen von Musikfans in seinen Bann zieht. Der britische Gitarrist und Sänger, der am 6. März seinen 80. Geburtstag feiert, schrieb mit der legendären Band Pink Floyd Musikgeschichte. Doch für den bescheidenen Künstler ist dieses Kapitel längst abgeschlossen, während er auf seinem historischen Hausboot neue Inspirationen sammelt.

Die goldene Ära von Pink Floyd

David Jon Gilmour, 1946 in Cambridge geboren, stieß 1967 zu Pink Floyd und ersetzte bald das Gründungsmitglied Syd Barrett. Zusammen mit Roger Waters wurde er zum Architekten des unverkennbaren Floyd-Sounds. In den 1970er Jahren etablierte sich die Band mit vier genialen Konzeptalben als eine der einflussreichsten Gruppen aller Zeiten.

„The Dark Side of the Moon“ (1973) verkaufte sich weltweit fast 50 Millionen Mal, während „The Wall“ (1979) mit der Single „Another Brick in the Wall (Part 2)“ über 30 Millionen Mal über die Ladentheken ging. Der Höhepunkt auf „The Wall“ ist das sechseinhalbminütige „Comfortably Numb“, das Gilmour mit zwei träumerischen Gitarrensoli für die Ewigkeit veredelte.

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Bescheidenheit trotz Weltruhm

Produzent Bob Ezrin schwärmte einst: „Man kann ihm eine Ukulele geben, und er lässt sie wie eine Stradivari-Violine klingen.“ Doch der optisch unscheinbare Musiker, der meistens ein schwarzes T-Shirt trägt, blieb trotz aller Lobeshymnen stets bescheiden. Gilmour betonte im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur: „Ich bin sehr stolz auf das, was wir geschaffen haben, aber für andere Menschen hat es eine ganz andere Bedeutung als für mich.“

Die Popularität von Pink Floyd erklärt er mit dem konsequenten eigenen Weg der Band: „Die Menschen, die diese Musik geliebt haben, mochten das, weil wir die Musik so gemacht haben, wie wir es wollten. Wir haben nicht das getan, was andere erwartet haben.“ Dieses Prinzip verfolgt der Gitarrenmagier bis heute.

Konflikte und Solo-Karriere

Nach Roger Waters' Ausstieg 1985 führte Gilmour die Band bis Mitte der 1990er Jahre weiter. Ein gemeinsamer Auftritt beim Benefiz-Festival „Live 8“ 2005 blieb die letzte Zusammenarbeit. Eine millionenschwere Reunion-Tournee lehnten die Musiker ab, während Gilmour und Waters bis heute im Clinch liegen.

Seit 1978 hat David Gilmour fünf Soloalben veröffentlicht. Zuletzt erschien 2024 das hervorragende „Luck And Strange“, mit dem er auf seine kürzeste Tour ging – nur 21 Konzerte in Rom, London, Los Angeles und New York. Größere Tourneen sind nicht mehr geplant: „Ich habe das so viel gemacht. Ich finde es schwer, mich auf diese riesige Unternehmung zu freuen.“

Entdecker und Familienmensch

Neben seiner Arbeit mit Pink Floyd wirkte Gilmour an Aufnahmen zahlreicher Stars mit:

  • Paul McCartney
  • Bryan Ferry
  • Elton John
  • Kate Bush

Letztere entdeckte er selbst, als er Mitte der 1970er Jahre eine Kassette mit Demos der jungen Sängerin erhielt. Er finanzierte der Teenagerin professionelle Aufnahmen und verhalf ihr zum ersten Plattenvertrag.

Die Familie steht bei Gilmour an erster Stelle. Aus seiner ersten Ehe mit dem US-Model Virginia Hasenbein gingen vier Kinder hervor. Mit seiner zweiten Frau und Co-Songwriterin Polly Samson hat er weitere drei Kinder und einen Adoptivsohn. Bei seinen letzten Konzerten stand seine jüngste Tochter Romany als Sängerin mit ihm auf der Bühne.

Neue Inspirationen auf dem Hausboot

Viel Zeit verbringt David Gilmour auf seinem historischen Hausboot „Astoria“, das er in den 1980er Jahren zu einem schwimmenden Tonstudio umbaute. Es liegt im idyllischen Londoner Stadtteil Hampton auf der Themse. Hier sammelt er weiterhin musikalische Ideen: „Ich gehe ständig ins Studio und halte einfach kleine Ideen fest. Ich nehme ständig Ideen mit dem Aufnahmegerät auf meinem Handy auf. Ich habe über Tausend davon, die ich mir irgendwann einmal anhören und durchgehen muss.“

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Konzerte von David Gilmour bleiben ein Spektakel für die Sinne, vor allem für die Ohren. Doch der 80-Jährige blickt lieber nach vorn, als in der Vergangenheit zu leben. Seine Bescheidenheit und sein künstlerischer Eigensinn machen ihn zu einer einzigartigen Figur der Musikgeschichte, die auch im achten Lebensjahrzehnt nicht ruht.