Der israelische ESC-Teilnehmer Noam Bettan (28) geht in Wien mit dem Lied „Michelle“ an den Start. Er hofft auf den ganz großen Applaus, aber probt mit vielen Buhrufen! Der israelische Sänger Noam Bettan (28) geht für Israel beim Eurovision Song Contest 2026 (ESC), der vom 12. bis 16. Mai in Wien stattfindet, mit dem Lied „Michelle“ an den Start. Seine Proben finden aufgrund diverser politischer Spannungen und des Nahost-Konflikts unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen statt. Bettan weiß: Sein Auftritt polarisiert. Im Gespräch mit BILD verrät er, wie er sich vorbereitet und schon bei den Proben gegen Kritik wappnet.
Seit dem 1. Mai ist der Sänger samt Team in Wien, bereitet sich akribisch auf den größten Auftritt seines Lebens vor. Auf öffentliche Auftritte verzichtet er, bewegt sich überwiegend abgeschirmt. Er weiß: Vorjahreskandidatin Yuval Raphael (25) wurde zum Teil heftig angefeindet und ausgebuht. Daraus hat er seine Lehren gezogen. Yuval Raphael (25) wurde trotz äußerer Widerstände und Anfeindungen beim ESC 2025 in Basel Zweite.
Ein eigenes Team für Buhrufe und Gegenwind
BILD verrät er: „Bei den Proben habe ich ein Team, das ständig darauf achtet, mich auszubuhen und es mir schwer zu machen – das hilft mir tatsächlich sehr. Ich bin wirklich von einem großartigen Team umgeben. Sie kennen mich in- und auswendig, sie sind hier, unterstützen mich und helfen mir. Ich versuche einfach, mich auf die Proben und meine Performance auf der Bühne zu konzentrieren – und es zu genießen.“
Schon in seiner Heimat Israel fanden die Vorbereitungen unter extremen Bedingungen statt – begleitet von Sirenen und Raketenbeschuss. Bettan: „Wenn es Alarm gibt, gehen wir alle in einen Schutzraum, einen Bunker. Sobald es vorbei ist, kommen wir heraus und arbeiten weiter.“
Bettan bereitet sich psychisch auf seinen Auftritt vor
Er arbeite hart an seinem ESC-Auftritt – und seiner Psyche: „Ich habe viele Proben und vieles, worauf ich mich vorbereiten muss – auch mental, um in diesem Prozess locker und frei zu sein.“ Für seinen Auftritt verspricht er: „Es gibt viele Überraschungen, die ihr auf der Bühne sehen werdet. Ich versuche, so professionell wie möglich zu sein, sodass ich das Lied im Schlaf singen kann.“
Dabei helfen ihm ganz unterschiedliche Dinge: „Ich gehe viel spazieren und mache bei Proben viel Ausdauertraining. Ich trainiere, unter hoher Belastung zu singen – mit Sprüngen, Squats, Jumping Jacks.“ Direkt vor dem Auftritt setze er auf ein festes Ritual: „Ich spreche immer das ‚Schma Jisrael‘-Gebet. Außerdem arbeite ich mit bestimmten Frequenzen, rede mit mir selbst, beruhige mich und gehe dann auf die Bühne.“
Was ihm zudem Kraft gibt, sei seine Familie: „Natürlich kommen auch meine Mutter, mein Vater und meine Geschwister. Ich habe Freunde, die nach Wien reisen und versuchen, Karten zu bekommen – sie geben wirklich alles, um das zu organisieren.“ Auch Gott helfe ihm bei seinem Auftritt. Bettan erzählt: „Das klingt vielleicht klischeehaft, aber Gott ist mit mir. Ich spüre das wirklich – das gibt mir Halt. Ich fühle, wie er mich auf meinem Weg führt, den ich seit vielen Jahren gehe, und jetzt mündet alles in diesem unglaublichen Moment auf der größten Bühne der Welt. Ich werde vor Hunderten Millionen Menschen stehen – das ist verrückt.“
Über die politischen Spannungen rund um seinen Auftritt sagt er: „Am Ende sind wir Menschen, die weitermachen, weiterarbeiten und tun, was nötig ist. Ich habe im Moment ein sehr großes Ziel: mein Land zu vertreten. Für mich ist das derzeit das Wichtigste, deshalb lasse ich mich von nichts aufhalten.“
Noam Bettan hat eine Nachricht an seine Fans: „Wenn ich eine Sache weitergeben möchte, dann diese: Übernehmt nicht die Ängste eurer Umgebung. Ihre Ängste sind ihre Ängste.“ Dabei ist ihm eine Botschaft besonders wichtig: „Glaubt an euch selbst und verwirklicht euch, denn alles ist möglich. Prozesse brauchen Zeit, und es ist wichtig, nicht zu schnell aufzugeben. Ich mache seit acht Jahren Musik – es hat lange gedauert, bis so etwas wie der Eurovision für mich passiert ist. Und bald stehe ich auf der größten Bühne Europas, das ist für mich immer noch unbegreiflich.“



