Kompositionswettbewerb für Europasinfonie: 12 Länder, ein Orchester
Europasinfonie: Kompositionswettbewerb gestartet

Ein europäisches Musikprojekt sucht nach den richtigen Tönen: Seit Anfang Mai läuft der Kompositionswettbewerb für die „Europasinfonie“. Noch bis Ende Juli können Komponistinnen und Komponisten aus den Ländern der Europäischen Union sowie aus angrenzenden Staaten wie Albanien, Island und der Ukraine ihre Werke einreichen. Das teilten die Dresdner Sinfoniker mit, die das Projekt federführend leiten.

Neue Form des musikalischen Miteinanders

„Mit der Europasinfonie erlebt das Publikum am 18. Juni 2027 eine neue Form des Miteinanders jenseits des klassischen Konzertsaals“, erklärten die Organisatoren. In einem weltweit einzigartigen Projekt werden zwölf Sinfonieorchester und Chöre aus ganz Europa zu einem in Echtzeit vernetzten Klangkörper verbunden. Dies sei ein starkes Symbol für Europa und zugleich ein Aufbruch in eine Zeit neuer künstlerischer Formate.

Ensembles werden auf LED-Screen in Echtzeit zugeschaltet

Der Kompositionswettbewerb sucht Werke, die sich künstlerisch mit den besonderen Bedingungen einer verteilten Echtzeit-Aufführung auseinandersetzen. Die beteiligten Ensembles sind über ein digitales Netzwerk miteinander verbunden. Im Konzertsaal spielt real ein großes Streichorchester, alle anderen Stimmgruppen werden auf großen LED-Screens virtuell präsent sein.

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Der Wettbewerb umfasst zwei Kategorien: zwei Werke für ein groß besetztes Sinfonieorchester und ein Werk für ein Sinfonieorchester mit Chor. Die Preise sind mit jeweils 14.000 Euro dotiert. Die Kompositionen sollen zwischen 15 und 20 Minuten lang sein. Die Premiere findet am 18. Juni in der Dresdner Messe statt.

Herausforderung Latenz

„Ich freue mich auf die Einsendungen aus ganz Europa und bin sehr gespannt, welche Ideen die Komponistinnen und Komponisten entwickeln, um mit den netzwerkbedingten Verzögerungen kreativ umzugehen“, betonte Sinfoniker-Intendant Markus Rindt. „Wir werden die Latenzen zwar stark reduzieren können, aber die Physik, insbesondere die Lichtgeschwindigkeit, setzt uns eben auch Grenzen.“ Das Projekt „Europasinfonie“ soll Musikern und Komponisten künftig neue Wege der europäischen Zusammenarbeit eröffnen.

Posaunen aus Estland, Schlagwerk aus Belgien

Die Instrumentengruppen werden von namhaften Orchestern gestellt: Die Dresdner Sinfoniker übernehmen die Streicher. Das Estnische Nationalsinfonieorchester steuert Tuba und Posaunen bei. Die Flöten kommen vom Orchestra Sinfonica di Milano in Italien, die Trompeten vom No Borders Orchestra aus Serbien und die Klarinetten vom Athens State Orchestra aus Griechenland. Brussels Philharmonic (Belgien) stellt das Schlagwerk, das Mozarteum Salzburg und die Tschechische Philharmonie bringen Chöre ein.

Weitere Mitwirkende sind das Orquesta Sinfónica de Madrid (Fagotte), die Pannon Philharmonic aus Ungarn (Hörner), die Sinfonia Varsovia aus Polen (Oboen) und die Birmingham Contemporary Music Group (Klavier, Celesta und Harfe). Obwohl die Orchester bis zu 2.200 Kilometer voneinander entfernt sind, wird das grenzüberschreitende Projekt durch eine speziell entwickelte Übertragungstechnik ermöglicht.

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