KI-Musik überschwemmt Streamingdienste: Deezer veröffentlicht alarmierende Zahlen
Der Musikstreaming-Dienst Deezer aus Paris hat eine bemerkenswerte Entwicklung offengelegt: Fast jeder zweite neu hochgeladene Song auf seiner Plattform wird mittlerweile von Künstlicher Intelligenz erzeugt. Konkret sind 44 Prozent aller täglichen Uploads KI-generiert – das entspricht etwa 75.000 Tracks pro Tag. Innerhalb von nur etwas mehr als einem Jahr ist diese Zahl von zuvor 10.000 Titeln täglich massiv angestiegen und zeigt die rapide Verbreitung automatisch erzeugter Musikinhalte.
Geringe Nutzung trotz hoher Upload-Zahlen
Trotz dieser Flut an KI-Inhalten bleibt die tatsächliche Nutzung durch die Hörer erstaunlich gering. Laut Deezer liegt der Anteil dieser Songs an den gesamten Streams lediglich zwischen einem und drei Prozent. Der Dienst führt dies auf gezielte Gegenmaßnahmen zurück: Deezer kennzeichnet KI-Inhalte transparent, schließt sie von algorithmischen Empfehlungen aus und hat aufgehört, hochauflösende Versionen solcher Tracks zu speichern. Diese Strategie soll verhindern, dass KI-Musik unkontrolliert Verbreitung findet.
Deezer als Vorreiter bei KI-Kennzeichnung
Der Musikstreaming-Dienst positioniert sich als Vorreiter bei der Kennzeichnung KI-generierter Musik. Andere große Anbieter bieten vergleichbare Transparenzmaßnahmen in dieser Form noch nicht an. Deezer-Chef Alexis Lanternier betonte, KI-Musik sei längst kein Randphänomen mehr, und forderte die gesamte Branche auf, die Rechte echter Künstler konsequent zu schützen. Schätzungen zufolge könnten bis 2028 rund 25 Prozent der Einnahmen von Musikschaffenden durch KI gefährdet sein – eine Entwicklung, die die Industrie vor grundlegende Herausforderungen stellt.
Umfrage zeigt klare Hörerpräferenzen
Eine internationale Umfrage, die von Deezer zitiert wird, unterstreicht die Bedeutung der Kennzeichnungspraxis: 80 Prozent der Befragten fordern, dass KI-Musik für Hörer klar benannt werden muss. Interessanterweise konnten 97 Prozent der Teilnehmer in einem Blindtest keinen qualitativen Unterschied zwischen Software-Produktionen und menschlicher Musik hören. Dennoch sprach sich eine deutliche Mehrheit gegen eine Aufnahme von KI-Songs in die offiziellen Charts aus – ein klares Signal für den Wert menschlicher Kreativität in der Musikindustrie.
Die Entwicklung bei Deezer zeigt, wie schnell sich KI-Technologien in kreativen Bereichen durchsetzen. Während die Upload-Zahlen explodieren, bleiben die Hörerzahlen für solche Inhalte bisher begrenzt. Die Diskussion um Transparenz, Urheberrechte und künstlerische Authentizität wird die Musikbranche in den kommenden Jahren intensiv beschäftigen.



